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Sprengung einer Fliegerbombe:Sperrungen in Schwabing aufgehoben

In Schwabing läuft nach der Bombensprengung nun das große Aufräumen. Die Arbeiten gehen gut voran. Doch noch immer können einige Anwohner nicht in ihre Wohnungen. Und auch die Frage, wer für die Schäden aufkommt, ist noch nicht geklärt.

Die Aufräumarbeiten in Schwabing gehen gut voran. Die Straßensperren rund um die Explosionsstelle der Bombe sind fast komplett wieder aufgehoben. Nur die Feilitzschstraße bleibt noch für Autos gesperrt, für Anlieger gilt eine Ausnahme. Zahlreiche Anwohner müssen aber immer noch in Ausweichquartieren unterkommen, da ihre Wohnungen nicht bewohnbar sind. Probleme gibt es mit der Haftungsfrage: Wer für die Folgen der Sprengung aufkommt, blieb nach Verhandlungen am Freitagnachmittag offen.

Muenchen nach der Sprengung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg

Nach wie vor bestimmt Schutt das Bild rund um die Explosionsstelle. Die Räumarbeiten gehen aber gut voran.

(Foto: dapd)

Die Stadt München erklärte nach einem Treffen von Juristen bei Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), "die öffentliche Hand" wolle Geschädigten finanziell unter die Arme greifen. Offenbar gelang es aber nicht, sich darüber mit dem bayerischen Innenministerium abzustimmen.

Wer genau was bezahlt, ist nach wie vor offen. Die Stadt werde "alles tun, um soziale Härten zu vermeiden", hieß es. Man sei erleichtert, dass große Versicherer erklärt haben, Schäden zu regulieren. Wo es dennoch nötig sei, werde es öffentliche Unterstützung geben. Das Innenministerium teilte mit, es prüfe die Angelegenheit.

Einig waren sich die Teilnehmer der Runde am Freitagnachmittag, dass die Straßenzüge rund um die Explosionsstelle wieder freigegeben werden können - mit Ausnahme der Feilitzschstraße, die für Fußgänger frei, aber nur für Anlieger mit Autos befahrbar ist.

Noch am Donnerstagabend hatte das Kreisverwaltungsreferat eine Verfügung erlassen, in der es das Gebiet zur Sperrzone erklärte: Teile der Haimhauserstraße, der Marktstraße, der Feilitzschstraße selbst sowie der Franzstraße und ein kleiner Abschnitt der Münchner Freiheit waren damit bis Freitagnachmittag für Passanten gesperrt gewesen. Einzig Anwohner, Eigentümer und Ladenbesitzer hatten auf eigene Gefahr Zugang. Sie mussten sich an den Absperrungen bei Polizisten ausweisen, um eingelassen zu werden.

Zehn Mitarbeiter der Versicherungskammer Bayern begutachteten am Freitag beschädigte Häuser. Eine Schätzung der Schadenssumme soll Anfang kommender Woche folgen. Bei einer Begehung am Vormittag stellten Mitglieder der Lokalbaukommission fest, dass Eigentümer und Hausverwaltungen die betroffenen Gebäude bereits weitestgehend wieder verkehrssicher gemacht haben.

Auch die Läden sind wieder zugänglich. Wohnungen, bei denen Fenster oder Schaufenster kaputt gegangen waren, seien inzwischen verschlossen. Die Besitzer müssten demnach keine Sorge mehr vor Diebstählen haben. Alle Stellen, an denen noch Arbeiten nötig sind, seien wie normale Baustellen gesichert und somit passierbar. Die in der Feilitzschstraße 6 untergebrachte Kinderkrippe braucht von Montag an eine provisorische Unterkunft, da Experten in dem Haus nun doch noch Schäden entdeckt haben.

Da die Wohnungen zwar wieder freigegeben, aber teilweise unbewohnbar sind, kümmert sich das Sozialreferat weiter um Anwohner. Am Freitagmorgen zählte die Behörde zehn Anlieger, die noch Zuflucht in Hotelzimmern oder Pensionen benötigten. Die genaue Zahl der Bewohner ohne Obdach ist nicht zu beziffern, da sich viele eigenverantwortlich Ausweichbleiben bei Freunden oder Verwandten gesucht haben. Das Kreisverwaltungsreferat hat vor allem auch für Urlaubsrückkehrer täglich von 8 bis 20 Uhr unter 089/23 53-55 55 ein Bürgertelefon geschaltet.

© SZ vom 01.09.2012/tob

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