bedeckt München 17°

TSV Dachau 1865:In der Enge des Raumes

0:0 gegen Sonthofen: Dachau kommt zu selten zu seinem gefürchteten Tempospiel und trifft gegen die Allgäuer nur die Latte. Immerhin steht Dachau wie in den jüngsten Spielen sehr sicher und lässt den Gegner kaum Chancen.

Wenn sich viele Menschen gleichzeitig einen engen Raum teilen müssen, dann erzeugt das irgendwann Stress. Kein Wunder also, dass sich Sebastian Brey vom TSV 1865 Dachau und Patrick Littig vom FC Sonthofen kurz vor Schluss des Spiels, bei dem sich bekanntlich 22 Menschen einen überschaubaren Raum teilen müssen, gleich mehrmals in die Wolle bekamen. Brey war einer der Aktivsten gewesen im Team der Gastgeber, mit seinen Flankenläufen auf der rechten Seite hatte er immer wieder die Abwehr der Allgäuer auseinandergezogen. Ein gutes Rezept.

Doch in der zweiten Halbzeit wurde es oft zu eng für seine langen Sprints, weil Sonthofen, gewollt oder ungewollt, in die eigene Hälfte gedrängt wurde. In der 84. Minute holte Brey im Laufduell gegen Littig einen Einwurf heraus. Dachte er. Der Schiedsrichter gab Einwurf für Sonthofen. Empörung bei den Zuschauern. Zwei Minuten später zog Brey mit dem Ball in den Strafraum und fiel. Elfmeter? Wäre wohl zu viel gewesen. Einen Pfiff gab es dennoch: Freistoß für Sonthofen. Wieder Empörung. Es blieb beim 0:0, mit dem die Dachauer dennoch halbwegs zufrieden waren. Weniger mit dem Ergebnis, dafür doch mit sich selbst.

Qendrim Beqiris Kopfball geht an die Latte, Franz Hübl trifft den Abpraller nicht

"Wir haben diesmal wieder über 90 Minuten ein ordentliches Spiel gemacht, die Leistung war ansprechend", sagte Spielertrainer Fabian Lamotte, der diesmal nur Trainer war und das Geschehen von der Tartanbahn aus beobachtete. "Wir hatten zuletzt drei Spiele mit nur einem Gegentor, ich sah keine Veranlassung, etwas an der Abwehr zu ändern", erklärte der ehemalige Profi. Demnach dürfte er auch im kommenden Spiel am Samstag in Kottern dafür keinen Bedarf sehen.

Klar, dass bei einem torlosen Remis das Problem eher im Angriff lag. So blieb das Gefühl zurück, dass es noch mehr Chancen hätten sein müssen: "Wir bringen die Bälle nicht vors Tor, und wenn, dann sind die Räume nicht besetzt", fand Lamotte. "Männer, wir brauchen mal 'n Abschluss", rief ein Dachauer Spieler nach einer Viertelstunde über das Feld.

Sonthofen wäre in der dritten Minute beinahe in Führung gegangen. Alexander Weiss klärte auf der Linie. Den besten Dachauer Abschluss verzeichnete Qendrim Beqiri mit einem Kopfball, 70 Minuten waren schon gespielt, Gästekeeper Kilian Stölzle lenkte den Ball an die Latte. Die beste Chance? Hatte Franz Hübl eine Sekunde später, genauer hätte gehabt, denn dafür hätte er den Abpraller fünf Meter vor dem Tor treffen müssen.

Auch in der Schlussphase, in der sich oft 15 oder mehr Spieler im Sonthofener Strafraum tummelten, gab es Möglichkeiten. Doch dafür fehlte den Dachauer Fußballern meist eine ihrer gefürchteten Eigenschaften: dem Stress der Enge mit Tempo zu entgehen.