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Fußball:Respekt vor Regensburg

Im letzten Spiel des Jahres geht es für die SpVgg Unterhaching um mehr als Punkte

Was Weihnachten angeht, ist Manfred Schwabl völlig gelassen. Aus dem Stress, der die meisten Mitmenschen vor den Feiertagen umtreibt, hat sich der Präsident der SpVgg Unterhaching schon vor Jahren ausgeklinkt. "Ich war schon ewig nicht mehr in einem Kaufhaus, um in letzter Sekunde irgendwelche Geschenke zu kaufen", sagt er. Und doch kann man keineswegs davon sprechen, dass der 48-Jährige total beseelt ins Wochenende gehen würde. Was schlichtweg daran liegt, dass sein Verein vor einem richtungsweisenden Drittligaspiel steht: Am Samstag (14 Uhr) ist der Tabellenletzte SSV Jahn Regensburg im Sportpark zu Gast. "Da bin ich schon unter Hochspannung", sagt Schwabl. "Wenn man die Situation beider Vereine sieht, ist das ein absolutes Schlüsselspiel."

Schon neun Punkte hinkt Schlusslicht Regensburg hinter dem rettenden 17. Platz her, Haching liegt nach der 0:4-Niederlage in Wiesbaden nur noch drei Zähler über den Abstiegsplätzen. "Wir könnten denen schon fast den Stoß geben", sagt Schwabl, "dabei spiele ich lieber gegen Regensburg als gegen andere." Aber auch die Rot-Blauen können keinesfalls auf Punkte verzichten. Nicht nur wegen der prekären Tabellensituation, auch der Stimmung wegen: "Wenn du das letzte Spiel gewinnst, gehst du mit einer ganz anderen Laune in die Pause und in die Rückserie."

Ob Haching auch mit einem ganz anderen Personal Ende Januar in die verbleibenden 16 Partien startet, ist indes weiterhin unklar. Erst nach dem letzten Spiel des Jahres, so die Vorgabe des Präsidenten, soll es um mögliche Transfers gehen. "Es kann sogar sein, dass uns gar keiner verlässt", sagt Schwabl. Davon ist allerdings kaum auszugehen, zu stark steht der Verein finanziell unter Druck.

Trainer Christian Ziege sieht die Situation betont gelassen: "Ich wusste von Anfang an, worauf ich mich einlasse. Klar höre ich auch das Rumoren in der Gerüchteküche. Aber es ist so, wie es ist. Wenn uns Talente verlassen, müssen wir eben die nächsten züchten."

Rückkehrer: Mittelfeldspieler Alon Abelski hat seine Rotsperre abgesessen und wird gegen den Jahn wohl in der Anfangsformation stehen.

(Foto: Claus Schunk)

Einer derjenigen, die am häufigsten genannt werden, wenn es um potenzielle Winterverkäufe geht, ist Stürmer Andreas Voglsammer, mit fünf Toren und zehn Vorlagen die gefährlichste Hachinger Offensivkraft. "Ich habe Vertrag bis 30. Juni. Mehr ist dazu nicht zu sagen", sagt der 22-Jährige, der genau weiß, welchen Anteil Ziege an seinem Aufwärtstrend hat: "Dass ich mich stetig weiterentwickle und verbessere, habe ich auch dem Coach zu verdanken, der viel mit mir redet und mir wertvolle Hinweise gibt."

Dennoch, das betont Ziege, sei er keiner, der nach einer missglückten Partie wie zuletzt in Wiesbaden "den Finger in die Wunde legt und den Jungs immer nur reindrückt, welchen Mist sie gespielt haben". Er arbeite das Positive heraus, etwa, dass der Gegner "zwanzig Minuten lang mit dem Spiel nichts zu tun" hatte - "und dann kriegen wir so ein beschissenes Tor". Selbst beim Stand von 0:2 hätte sein Team durch einen möglichen Elfmeter noch mal zurückkommen können. "Aber die Szene wurde ja nirgends gezeigt."

Gegen Regensburg komme es nun darauf an, zu unterbinden, dass "die ihr Spiel aufziehen können", sagt Ziege. "Denn das Tabellenbild gibt nicht wieder, was sie können. Teilweise haben sie unglücklich verloren." Zuletzt allerdings nahm die Talfahrt des traditionsreichen SSV Jahn rasant Geschwindigkeit auf: Unter dem neuen Trainer Christian Brand gab es in vier Spielen vier Niederlagen, dabei gelang der Elf nicht ein einziges Tor. "Ich erwarte dennoch ein schwieriges Spiel", sagt Ziege, der weiterhin auf Josef Welzmüller (Bänderriss), Sascha Herröder (Fußverletzung) und Pascal Köpke (muskuläre Probleme) verzichten muss. Markus Schwabl konnte wegen seiner Grippe erst am Donnerstag wieder trainieren und wird wohl auf der Bank Platz nehmen. Dafür steht Mittelfeldspieler Alon Abelski nach abgesessener Rotsperre wieder in der Startelf.