bedeckt München
vgwortpixel

FC Bayern II:Holpriger Umbau

René Lange (Zwickau) zerrt am Trikot von Leon Dajaku (München) Fußball 3.Liga 2019/20 FSV Zwickau - FC Bayern München I

Kein Zug nach vorne: Leon Dajaku (re.) wurde im Offensivspiel von den Zwickauern nicht immer nur mit fairen Mitteln ausgebremst.

(Foto: imago images/Kruczynski)

Nach drei Siegen in Serie verliert die U23 des FC Bayern München beim FSV Zwickau deutlich mit 0:3.

Es auf die zahlreichen Umstellungen zu schieben, das "wäre mir jetzt zu einfach", sagt Sebastian Hoeneß. Mit "das" meinte der Trainer des FC Bayern München II die ersten beiden Gegentore im Spiel beim FSV Zwickau am Sonntagmittag, die psychologisch und spieltaktisch kaum ungünstiger hätten fallen können: Ein Weitschuss von Leon Jensen in der Nachspielzeit der ersten Hälfte - begleitet vom Torjubel der Zwickauer Fans ging es in die Kabine. Und dann noch das 2:0 nach einem Gestochere im Strafraum durch Elias Huth, die zweite Halbzeit war gerade 50 Sekunden alt.

Die Zeitspanne vor und nach diesen Toren bezeichnete Hoeneß hernach als "die schwächsten Minuten in dieser Saison". Es dauerte nach einer passablen ersten Halbzeit dann auch zu lange, den Rückstand zu verarbeiten, letztlich setzte es nach drei Siegen in Serie mal wieder eine deutliche Niederlage für den Drittliganeuling. Jensen nutzte eine von zahlreichen Möglichkeiten in der 55. Spielminute zur frühen 3:0-Entscheidung.

Hoeneß blieb dabei: "Die Jungs, die da auf dem Platz standen, haben das Zeug, das zu lösen", so der 37-jährige Coach während der Heimfahrt von Zwickau nach München. Der Knacks im Spiel hatte für ihn also weniger damit zu tun, dass er nach der Länderspielpause in allen Mannschaftsteilen hatte umbauen müssen. Michael Cuisance und Alphonso Davies wurden diesmal nicht für die U23 abgestellt, Routinier Maximilian Welzmüller fehlte wegen muskulärer Probleme; in der Viererkette fielen gleich zwei Stammkräfte aus. Der US-Junioren-Nationalspieler Chris Richards kehrte erkrankt aus Florida zurück, Lars Lukas Mai mit leichten Knieproblemen. Mai hatte vergangene Woche seinen Vertrag mit den Bayern um ein Jahr bis 2022 verlängert. Zur Begründung wurde Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic mit folgenden Worten zitiert: "Wir sind davon überzeugt, dass seine Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist." Und das bedeutet wohl: seine Entwicklung beim FC Bayern. Auch mit Blick auf den langen Ausfall von Niklas Süle könnte sich für den 19-Jährigen nun mittelfristig die Möglichkeit auftun, öfter für die Profis aufzulaufen. "Ich hoffe es", sagte Trainer Hoeneß dazu, immerhin sei die U23 dazu da, Spieler bereit zu machen für höhere Aufgaben.

Gegen die Sachsen präsentierten sich die jungen Bayern zunächst auf Augenhöhe, allerdings auch schon früh mit Unkonzentriertheiten. So verlor Sarpreet Singh in der 22. Minute vor dem eigenen Strafraum den Ball an Huth, Nicolas Feldhahn versuchte, diesen am Torschuss zu hindern, dann pfiff der Schiedsrichter Elfmeter. Der erste Schnitzer der Bayern wurde allerdings nicht bestraft: Fabio Viteritti schob den Strafstoß am rechten Pfosten vorbei, wobei Torwart Christian Früchtl so früh im Eck war, dass er den Schuss womöglich sogar gehalten hätte. Sieben Minuten später hätte die Partie eine ganz andere Wendung nehmen können: Verteidiger Derrick Köhn wagte einen Vorstoß in die gegnerische Hälfte, sein Solo führte ihn tief in den Zwickauer Strafraum, dann kam er nach einer Grätsche zu Fall. "Wenn der Schiedsrichter auf der anderen Seite pfeift, dann muss er den auch pfeifen", fand Hoeneß. Der Schiedsrichter pfiff aber nicht.

Nach den drei Gegentoren fanden die Bayern keinen Rhythmus mehr. "Wir haben den Faden verloren, es war nicht mehr klar, was wir wollen", erklärte Hoeneß. Auf der einen Seite die Abwehrspieler, die nicht mehr genau wussten, wie sie die Spieleröffnung gestalten sollten, auf der anderen Seite Offensivkräfte, die sich zu wenig anboten. Früchtl konnte sich noch mit zahlreichen Paraden auszeichnen. Andererseits bemängelte der Trainer aber auch, dass man im Angriff "drei, vier wirklich aussichtsreiche Situationen erspielt" habe - klare Torchancen seien daraus aber nicht entstanden.

Die Mannschaft könnte in der nächsten Partie aber schon wieder ganz anders aussehen. Ob die pfeilschnellen Davies und Cuisance am Montagabend im Heimspiel gegen Waldhof Mannheim wieder mitwirken, wird wie immer spontan an der Säbener Straße entschieden. Mai, Richards und Welzmüller dürften wieder zur Verfügung stehen.