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Beachvolleyball:Alle gegen Henry

An diesem Wochenende ermitteln Bayerns Beachvolleyballer im Münchner Olympiapark ihre Landesmeister. Die Wettkämpfe finden ohne Zuschauer statt, dafür sind sie zum ersten Mal komplett klimaneutral.

Von Sebastian Winter

Eines steht schon fest vor den bayerischen Beachvolleyball-Meisterschaften, die in diesem Jahr zum zweiten Mal auf der Anlage des Zentralen Hochschulsports gegenüber der BMW-Welt im Münchner Olympiapark ausgetragen werden. Am kommenden Wochenende wird es wesentlich weniger wuselig zugehen als vor zwei Jahren an selber Stelle. Damals besuchten mehr als 1500 Zuschauer die Finals der Studierenden-Weltmeisterschaft auf der gerade eingeweihten Anlage, es war das bislang letzte richtig große Beachvolleyball-Ereignis in München, das zugleich viel Werbung für den Sandsport machte. Ein Jahr später schauten bei der Premiere der bayerischen Titelkämpfe auf der ZHS-Anlage auch noch einige Zuschauer zu, aber schon wesentlich weniger als bei der WM. Am kommenden Samstag und Sonntag wiederum sind coronabedingt gar keine Fans zugelassen bei den Titelkämpfen, die mit 36 Frauen- und Männer-Duos auf sechs Feldern stattfinden. Der vorhergesagte Regen und Temperaturen um die 16 Grad dürften ohnehin nicht sonderlich viele Besucher in den Park locken.

In Michaela Henry (SV Lohhof) und Tiana Nicolaus (Beach4U) treten nicht nur zwei Münchnerinnen, sondern auch das diesen Sommer die Masters-Tour dominierende Frauen-Duo bei der bayerischen Meisterschaft an. Sie gewannen alle Qualifikationsturniere, bei denen sie angetreten sind, in Freising, Ingolstadt und München. Henry, die ihren insgesamt sechsten Landestitel gewinnen könnte, und Nicolaus, die seit Kurzem dem frisch gegründeten ersten reinen Beachvolleyballverein in München angehört, gelten auch deshalb als Topfavoritinnen am kommenden Wochenende. Und das, obwohl sie in dieser Saison zum ersten Mal überhaupt zusammenspielen. Zwei weitere Lokalmatadorinnen, Hana-Marie Schieder und Kristin Standhardinger (SV Lohhof/VC DJK München-Ost-Herrsching), dürften ihre größten Konkurrentinnen in diesem Turnier sein.

Bei den Männern ist die Favoritenrolle nicht so eindeutig verteilt. Die Brüder Jonas und Benedikt Sagstetter (SC 53 Landshut), die künftig in der Halle für Erstliga-Neuling TSV Unterhaching spielen, haben ein Masters-Turnier gewonnen. Wie auch Benedikt Doranth und Julius Höfer vom TSV Grafing, die sich 2019 noch im Finale der bayerischen Meisterschaft gegenüberstanden - mit dem besseren Ende für Höfer. Auch der Herrschinger Erstliga-Außenangreifer Tim Peter stand in diesem Sommer mit seinem Mühldorfer Partner Fabian Bartsch einmal ganz oben auf dem Treppchen. Seinem Teamkollegen Jonas Kaminski und Jonas Meyer (ohne Verein) ist ebenfalls ein Turniersieg gelungen. Lennart Kroha und Harry Schlegel (TSV Zirndorf/TSV Herrsching) gehören auch zum Favoritenkreis, sie sind wie Sagstetter/Sagstetter für die Anfang September stattfindenden deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand qualifiziert - und nutzen die bayerischen Titelkämpfe als Generalprobe. Bei den Männern messen sich 20 Duos im Münchner Olympiapark, bei den Frauen kämpfen 16 Teams um den Sieg. Die Wettkämpfe sind erstmals klimaneutral. Damit sie die Fans auch verfolgen können, gibt es am Samstag und Sonntag einen kostenlosen Livestream bei sportdeutschland.tv.

© SZ vom 27.08.2020

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