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Basketball-Bundesliga:Noch eine Nummer zehn

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„Der Basketball hier wird am Ende derselbe Basketball sein, wie ich ihn aus der NBA kenne“: Greg Monroe, 29, neuer Center des FC Bayern.

(Foto: imago)

Der FC Bayern München erhofft sich viel von seinem NBA-Zugang Greg Monroe. Mit ihm ist der Kader nicht nur breiter, sondern auch größer geworden.

"Er ist der Philippe Coutinho des FC Bayern Basketball", sagt Marko Pesic über seinen Königstransfer, der sich ein paar Meter hinter dem Manager der Basketballer gerade auf dem Parkett des Audi Dome aufwärmt. Greg Monroe hat da bereits das Trikot mit der Nummer zehn übergestreift - genau wie der neue Brasilianer bei den Fußballern. Die Würfe aus kurzer Distanz sitzen, aber wen wundert's: Monroe bringt die Erfahrung aus 632 NBA-Spielen mit in die Bundesliga und die Euroleague. In den USA hat sich für den 29-Jährigen nach einem Engagement in Philadelphia in der vergangenen Saison im Sommer kein neuer Deal ergeben, daher der Wechsel nach Europa. Warum ausgerechnet zum FC Bayern? "Ich habe viele gute Dinge über den Verein gehört", sagt Monroe bei seinem ersten Medientermin. Er hat auf einem Stuhl Platz genommen, was ihn etwas nahbarer macht, im Wortsinn: Mit 2,11 Metern ist der US-Amerikaner der größte Spieler im Kader der Bayern. Monroe spricht ruhig und unaufgeregt, wenn er von seinen ersten Tagen in München erzählt.

"Ich bin seit Sonntag hier, habe mich aber sofort sehr wohlgefühlt. Ich freue mich darauf, München demnächst ein wenig mehr zu entdecken", sagt er. Die Zielsetzungen für seine erste Saison außerhalb der USA? "Der Verein hat letztes Jahr den Titel in der Liga gewonnen, das wollen wir wiederholen", sagt Monroe. Der eigentliche Maßstab für einen Spieler wie ihn ist die Euroleague: "Wenn ich an einem Wettbewerb teilnehme, will ich ihn auch gewinnen." Hohe Ziele, denen man in München selbstverständlich widerspricht, erst einmal wären die Playoff-Ränge im internationalen Wettbewerb ein Erfolg.

"Es wird noch ein wenig dauern, bis Greg angekommen ist", sagt Pesic: "Es ist gut, dass er zum Trainingsstart schon da ist. Letztes Jahr ist Derrick (Williams, d. Red.) erst Ende September zu uns gekommen, Greg kann sich jetzt bis zum Saisonstart einleben."

Bis dahin geht es laut Pesic jedoch erst einmal um die Basics: "Seine Qualität steht außer Frage, aber wir müssen ihm erst mal die europäische Spielweise beibringen. Da geht es um die einfachen Sachen wie Schrittfolgen unter dem Korb - da gibt es hier andere Regeln als in der NBA." Vom Center erwartet man in der neugestalteten Münchner Mannschaft vor allem in den Duellen gegen die - im wahrsten Sinne des Wortes - großen Teams aus Europa mehr Präsenz unter dem Korb: "Die Spanier zum Beispiel haben sehr viele große Spieler, und als bei uns letztes Jahr Devin Booker ausgefallen ist, hat uns dieser Nachteil viel gekostet", sagt Pesic. Der Fokus war daher auch auf eine Verbreiterung des Kaders ausgelegt, das sei, so Pesic, gelungen: In Mathias Lessort, dem Zugang aus Malaga, und Monroe habe man nun große Spieler mit enormer Qualität, dazu kommt auch noch Leon Radosevic, für den ähnliches gilt.

Pesic ist mit dem Kader überhaupt "sehr zufrieden", er verspüre aktuell keinen Druck, nachzulegen. Als ein paar Minuten später Trainer Dejan Radonjic den Platz des Managers einnimmt, klingt das etwas anders. Auf die Frage, ob er sich noch einen Spieler wünschen würde, wirft der Montenegriner einen Blick über die Schulter und schaut zu seiner Mannschaft, die sich gerade für die zweite Trainingseinheit der Pre-Season bereit macht. Dann sagt er: "Vielleicht noch einen Spieler mehr. Ein Pointguard, ein echter Playmaker wäre noch gut." Einer wie Stefan Jovic wäre die ideale Vorstellung, sagt Radonjic. Der Serbe wechselte zu Khimki Moskau, ein Ersatz wäre daher wünschenswert.

Während der Trainer über mögliche Zugänge spricht, wirft Monroe im Hintergrund weiterhin seine Körbe. Einen nach dem anderen trifft der US-Amerikaner, der zuvor immer wieder betont hat, dass die Unterschiede zwischen Europa und den USA für ihn eher nebensächlich sind: "Der Basketball hier wird am Ende derselbe Basketball sein, wie ich ihn aus der NBA kenne."