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Sport in Corona-Zeiten:Einzeltraining ist gefragt

Münchner Sportvereine versuchen, dem Mitgliederschwund mit neuen Angeboten zu begegnen

Von Veronika Ebner

Egal ob der 136. Yoga-Zoom-Kurs oder das 241. Home-Workout über Youtube - irgendwann möchte man den Laptop einfach zuklappen und wieder in der echten Welt leben. Münchner Sportvereine bemerken, dass vor allem Jüngere die Nase voll davon haben, ständig vor dem Bildschirm zu sitzen - oder davor zu trainieren. Angebote auf Sportplätzen oder gar in Hallen sind allerdings wegen der Kontaktbeschränkung kaum möglich. Kreative Ideen sind gefragt.

Eine Option ist das "1:1-Coaching", besser bekannt als Einzeltraining. Die Vereine PSV München, ESV München oder ESV Neuaubing bieten das beispielsweise an. Dabei trifft sich ein Vereinsmitglied mit einem Trainer und übt dann eine kontaktfreie Sportart aus. Das funktioniert zum Beispiel sehr gut bei Tennis, Bogenschießen oder Leichtathletik, bei Mannschaftssportarten aber nicht. "Das 1:1-Coaching kommt bei den Jungen gut an, die möchten raus und sich bewegen", erklärt die Geschäftsführerin des ESV München, Pia Kraske.

Die Resonanz auf das Einzeltraining scheint allerdings unterschiedlich auszufallen, denn der MTV München bietet es nach ernüchternden Erfahrungen aus dem ersten Lockdown nicht mehr an. Er setzt dafür auf ein anderes Programm, das vor allem den Jüngsten Abwechslung bieten soll. Seit Februar begibt sich Georg Zinsbacher mit Kindern zwischen vier und zehn Jahren auf Piratenschatzsuche, Agententraining oder Weltreise. "Jeder kann sich von daheim zuschalten, damit der Kindergeburtstag nicht ganz ausfallen muss", erläutert Zinsbacher das Konzept. Mit sportlichen Spielen und Rätseln wird die Kinderschar dann bis zu einer Stunde unterhalten und in Bewegung gebracht. Billig ist aber keines der Abenteuer. MTV-Vereinsmitglieder zahlen 80 Euro, ansonsten kostet der Kindergeburtstag 100 Euro. Der ESV München bietet für Kinder und Jugendlichen in den Ferien eine sportliche Notbetreuung an. Unter www.kibelino.de finden sich Informationen zu Anmeldung, Kosten und Corona-Vorkehrungen.

Die Münchner Sportvereine bemühen sich, ihre Mitglieder zu halten, was unter den derzeit gültigen Beschränkungen schwerfällt. Seit Pandemiebeginn haben die größeren Vereine im Schnitt jeweils zwischen 500 und 1300 Mitglieder verloren. Neuanmeldungen gebe es kaum, heißt es unisono.

© SZ vom 05.05.2021
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