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Solln:Punktsieg für die Natur

Gebiet am Siemens-Sportpark soll Landschaftsschutzgebiet werden

Von Jürgen Wolfram, Solln

Stadtbaurätin Elisabeth Merk hat mit einer überraschenden Aussage auf einen Antrag der FDP/BP-Stadtratsfraktion reagiert. Die Vertreter der Liberalen und der Bayernpartei fordern ein "vertiefendes stadtklimatisches Gutachten für den Norden des Stadtteils Solln". Hintergrund ist das jahrelange Gezerre um die Freifläche südlich des ehemaligen Siemens-Sportparks. Hier mahnen der Bezirksausschuss sowie eine Anwohnerinitiative die Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet an, während der Stadtrat sich bisher die Option auf eine Wohnbebauung offenhalten wollte. Dazu erklärte Merk jetzt, dass "seitens des Referats für Stadtplanung und Bauordnung eine Beschlussvorlage erarbeitet wird, die die Fortsetzung des Verfahrens zur Ausweisung des in Rede stehenden Bereichs als Landschaftsschutzgebiet zum Ziel hat". Ein Paukenschlag.

Zum Vorstoß der FDP/BP-Fraktion wegen des Gutachtens merkt die Stadtbaurätin an, solche "Arbeitsschritte" erfolgten immer erst, wenn aufgrund einer konkreten Planungsabsicht entsprechende Bauleitverfahren vorbereitet werden. Derlei Planungsabsichten würden jedoch derzeit von ihrem Referat nicht verfolgt. Im Übrigen spiele bei der Beurteilung der Schutzwürdigkeit von Flächen deren klimatische Funktion nur eine "nachgeordnete Rolle". Wobei eine Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet "in der Regel dazu beitragen kann, die bestehenden Klimafunktionen des Gebietes zu sichern".

Die Bedeutung des Freiraums für die Frischluftversorgung sei "ein positiver Aspekt unter vielen", heißt es weiter in der Stellungnahme Merks. Ausreichende Anhaltspunkte für die stadtklimatische Bedeutung des Areals zwischen Siemensallee und Becker-Gundahl-Straße im Norden von Solln fänden sich bereits in der Stadtklima-Analyse 2014.

Die Stadtteilinitiative "Ü 60 aktiv" hat ebenso wie der Bezirksausschuss Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln wiederholt die Ausweisung der Wiesen südlich des Sportparks als Landschaftsschutzgebiet gefordert. Unter Hinweis auf die Nähe der Siedlung "Südseite", des künftigen Wohnquartiers Campus Süd sowie des Siemens-Hochhauses hält sie die Gegend an der Nahtstelle von Obersendling und Solln längst für ultrahochverdichtet. Sogar gesundheitliche Gefahren für die Bewohner hat die Initiative bereits beschworen.

© SZ vom 22.04.2021
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