Solln:Knapp bemessen

In der Unterführung am Bahnhof kommen sich Nutzer in die Quere

Von Jürgen Wolfram, Solln

Ist die schmale Sollner Bahnunterführung zwischen dem Dominik-Brunner-Weg und der Friedastraße eine gefährliche Falle für Radler und Fußgänger? Darüber gehen die Meinungen in der Bevölkerung ähnlich weit auseinander wie im Bezirksausschuss (BA) Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln. Die einen können nur ein reibungsloses Miteinander von Bikern und Laufenden erkennen, für andere spielen sich im Untergrund dramatische Szenen ab. Bei der Deutschen Bahn sollen deshalb schon "viele Beschwerden" eingegangen sein.

"Da unten ist tatsächlich alles viel zu knapp bemessen. Man muss bedenken, dass die Unterführung für viele Kinder ein Schulweg ist", kritisiert auch SPD-Fraktionssprecherin Dorle Baumann. Der Vorsitzende des BA-Unterausschusses Mobilität, Reinhold Wirthl (CSU), nennt das Geschehen in der Röhre "oft brandgefährlich", weil manche Radfahrende dort viel zu schnell unterwegs seien. "Primär muss es um die Sicherheit der Fußgänger gehen", fordert Wirthl. Beate Meyer (CSU), nach eigener Aussage selbst häufig in der Sollner Bahnhofsgegend unterwegs, hält die Klagen indes für übertrieben. Sie beobachte regelmäßig, "dass gegenseitige Rücksichtnahme hilft".

Gleichwohl diskutierten die Lokalpolitiker ausdauernd Vorschläge, wie die mehr oder weniger neuralgischen Verhältnisse in der Bahnunterführung entschärft werden könnten: Radfahrverbot, Verkehrsspiegel, Tafeln mit der Aufschrift "Schrittgeschwindigkeit fahren" waren gleichermaßen im Angebot. Nach einem Hinweis des BA-Vorsitzenden Ludwig Weidinger (CSU) verwarfen die Bezirksausschuss-Mitglieder jedoch alle Ideen wieder. Weidinger hatte klargestellt, dass die Stadt im Bereich der Sollner Unterführung gar nicht zuständig sei. Denn die Anlage gehöre der Bahn, und bei Veränderungswünschen wäre man auf deren guten Willen angewiesen. So einigten sich die Lokalpolitiker auf die Formulierung, die Bahn selbst möge für geordnete Verhältnisse in ihrer Unterführung sorgen.

© SZ vom 27.05.2021
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