Sendling-Westpark:Es kann losgehen

Freistaat und Bahn schließen Vertrag zum Ausbau der Sendlinger Spange zwischen Pasing und dem Bahn-Südring

Von Berthold Neff, Sendling-Westpark

Seit vielen Jahren setzt sich der Bezirksausschuss Sendling-Westpark für den Vollausbau der sogenannten Sendlinger Spange ein. Gemeint ist damit der geplante Ausbau der Gleisverbindung zwischen Pasing und Südring beziehungsweise der Strecke Richtung Solln. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Auf den Gleisen in Höhe des Heimeranplatzes könnten S-Bahnen und Züge direkt von West nach Süd und umgekehrt verkehren, außerdem könnte dort bei Bedarf eine Störfall-Linie funktionieren, falls die Stammstrecke gesperrt ist oder die U-Bahnen U 4 und U 5 mit Störungen kämpfen. Zuletzt plädierte der BA auf Initiative des CSU-Fraktionssprechers Alfred Nagel dafür, dass die Stadt bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft erreicht, dass auf dieser Strecke ein ganztägiger Betrieb im 30-Minuten-Takt möglich wird. Derzeit ist es so, dass nur ab und zu mal eine S 20 zwischen Pasing und Höllriegelskreuth über Sendling-Westpark fährt. Einer Antwort der Stadt ist zu entnehmen, dass es mit diesem Vorhaben vorangeht, allerdings nur langsam. "Zu langsam", kritisiert Nagel, der nun eine gemeinsame Kraftanstrengung von Freistaat und Bayerischer Eisenbahngesellschaft fordert.

Kaum gesagt, schon getan: Wie Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) nun mitteilte, haben der Freistaat und die Deutsche Bahn den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag für den ersten Teil des Ausbaus der Sendlinger Spange unterzeichnet. Dadurch, so die Ministerin, "können die erforderlichen Baumaßnahmen im Bahnhof Laim mit den Arbeiten an der 2. Stammstrecke verknüpft werden und binden dadurch weniger Ressourcen". Sie erinnerte daran, dass der Ausbau der Sendlinger Spange schon bei der Einführung der S 20 vereinbart wurde. In der ersten Baustufe soll die S-Bahn-Strecke Pasing-Heimeranplatz (und weiter nach Solln-Deisenhofen) so ertüchtigt werden, dass sie im Störfall Verkehr von Pasing zur Station Heimeranplatz aufnehmen kann. Dort ist ein Umsteigen in die U 4/U 5 zur Weiterfahrt in die City möglich.

Die Kosten für die Baumaßnahme betragen knapp zehn Millionen Euro und werden vom Freistaat getragen. In einem weiteren Ausbauschritt soll zusätzlich ein Begegnungsgleis am Heimeranplatz errichtet werden, um den Betrieb noch flexibler gestalten zu können. Aus der Antwort der Stadt auf den BA-Antrag geht hervor, dass die neue Weichenverbindung Heimeranplatz/West-Harras den Haltepunkt Menterschwaige einschließt, der auch ein wichtiger Verknüpfungspunkt zur Trambahnlinie 25 wäre.

© SZ vom 07.09.2021
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