Schwabing Warten auf den Stöpsel

Streitobjekt: die Lyonel-Feininger-Straße in der Parkstadt.

(Foto: David-Pierce Brill)

Der Nord-Süd-Abschnitt zwischen Lyonel-Feininger-Straße und Georg-Muche-Straße bleibt für den Verkehr offen

Von Stefan Mühleisen, Schwabing

Dieses Provisorium ist ein Dauerärgernis für die Bürger in der Parkstadt Schwabing - und das wird es wohl noch länger bleiben: Der etwa 100 Meter lange Nord-Süd-Abschnitt zwischen Lyonel-Feininger-Straße und Georg-Muche-Straße wird bis auf weiters nicht für den Autoverkehr gesperrt. Das geht aus einer Antwort von Kommunalreferent Axel Markwardt auf eine Anfrage der Stadtratsfraktion Freiheitsrechte, Transparenz und Bürgerbeteiligung hervor. Die schon lange vorgesehene, aber nie realisierte Sperrung der Straße an dieser Stelle ist nach Markwardts Worten erst dann sinnvoll, "wenn die bauliche Entwicklung der angrenzenden Grundstücke abgeschlossen ist".

Die Nachricht dürften viele Anwohner zerknirscht aufnehmen, dringen sie doch schon seit Langem zumindest auf eine Verkehrsberuhigung an dieser Nahtstelle. Vor zwei Jahren marschierten sogar rund vier Dutzend Anwohner zu einer Kundgebung auf und blockierten für einige Minuten den Übergang zur Georg-Muche-Straße. Der Grund: Die Straße hat sich bei Pendlern als Ausweich-Passage zwischen Schenkendorf- und Domagkstraße etabliert; es herrscht dichter Verkehr, besonders zu den Stoßzeiten, wenn dort viele Kinder zur Schule unterwegs sind.

Das Verbindungsstück diente in der Entstehungszeit der Parkstadt dem reibungslosen Baustellenablauf, wurde aber dann nicht wieder unterbrochen. Dabei ist diese Stelle nur eine von vielen Verkehrsproblemen, für die Anwohner und Lokalpolitiker seit Jahren Lösungen fordern. Die Parkstadt Schwabing ist ein Quartier, das einst primär als Gewerbe-Standort geplant war; die Mitarbeiter kurven täglich durchs Viertel auf der Suche nach Parkplätzen, Lastwagen blockieren die Gehsteige. Deshalb insistieren Bürger und Bezirksausschuss schon lange, dass ein Mobilitätskonzept nötig sei. Allerdings soll in zwei Jahren der letzte Bauabschnitt für die Restflächen anlaufen; der Generalentwickler Argenta will auf 80 000 Quadratmetern Geschossfläche Wohnungen hochziehen. Für die Forderung nach einem "Stöpsel" am Übergang zur Georg-Muche-Straße dürfte dies bedeuten: Er wird erst kommen, wenn die Bagger im Umfeld wieder abrücken.

Nach Angaben von Kommunalreferent Markwardt hat das ursprünglich für zwei Jahre gedachte Provisorium deshalb bis heute Bestand, um damit "funktionsfähige Rettungswege" sicherzustellen. Der Rückbau soll seinen Angaben zufolge erst kommen, wenn die angrenzende Brachfläche westlich der Lyonel-Feininger-Straße fertig bebaut ist. Doch das kann dauern. Denn das betreffende Grundstück ist jetzt erst verkauft worden, wie der Behördenchef mitteilt. Der Eigentümer sei verpflichtet, nach Fertigstellung der Gebäude eine angemessene Sperre an der Südseite auszuführen. Markwardt: "Danach kann der Rückbau des Provisoriums erfolgen."