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Schwabing:Schlemihls Schatten

Theater des hölzernen Gelächters - Peter Schlemihls wundersame Geschichte

Schattenspiele bei Kerzenschein: Sonja Graf und Markus Hummel in ihrer Inszenierung von Adelbert von Chamissos "Peter Schlemihls wundersame Geschichte".

(Foto: Veranstalter/oh)

Das Theater des hölzernen Gelächters spielt Chamisso

Von Jutta Czeguhn, Schwabing

Der Deal scheint zwar etwas wundersam, aber wer braucht schon einen Schatten? Ausgerechnet an dem Tag, als Peter Schlemihl von einer langen Schiffsreise völlig mittellos heimkehrt, macht ihm ein obskurer Fremder, der aussieht "so grau und dünn wie ein Ende Zwirn, der einem Schneider aus der Nadel gelaufen ist", ein Angebot, das er nicht ablehnen kann: Schlemihl verkauft dem gespenstischen Menschen seinen Schatten für einen sich niemals leerenden Säckel voll Gold. Der Reichtum aber beschert ihm kein Glück, seine Schattenlosigkeit macht ihn zu einem Geächteten, treibt ihn in die Einsamkeit und ruft den Fremden - es ist Satan persönlich - erneut auf den Plan. Doch diesmal verwirft Schlemihl das Angebot, den Schatten um den Preis seiner Seele zurück zu erhalten. Ohne Schatten und ohne Geld findet er aber endlich sein Glück in einem Paar Stiefel, das ihn mit rasenden Schritten um den Erdball trägt. . .

Das "Theater des hölzernen Gelächters" hat sich Adelbert von Chamissos "Peter Schlemihls wundersame Geschichte" für ein Bühnenprojekt mit Film und Livemusik gewählt. Zu erleben ist die Produktion am Samstag und Sonntag, 29. und 30. April, in der TamS-Garage, Haimhauserstraße 15. Am Piano sitzt Zeldo Djukelich. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Tickets und nähere Infos zum Stück gibt es unter Telefon 0162/425 18 92.

Das Theater des hölzernen Gelächters ist ein Zwei-Personen-Unternehmen: Sonja Graf und Markus Hummel regeln im Wesentlichen alles, was die Welt der Bühne ausmacht, unter sich: Sie sind die Regisseure, sind das Ensemble, Stücke-Auswähler und Um-Schreiber, Fundraiser, Bühnen- und Kostümbildner, Komponisten, Souffleur und Souffleuse, Öffentlichkeitsarbeiter. Und das seit beinahe 20 Jahren zumeist unter recht schwierigen Bedingungen. Auf den lautmalerische Namen für ihr Herzensprojekt kamen Graf und Hummel während der Vorbereitung zu ihrer ersten gemeinsamen Produktion, einem Stück von Euripides, "Hölzernes Gelächter" ist nichts anderes als die Übersetzung des griechischen "Xylofon".

© SZ vom 27.04.2017

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