ReisepannenSchrecklich schöner Urlaub

Wenn der Stau in die Ferien überstanden ist, geht das Grauen oft erst los. Flüssige Schokolade zwischen den Sitzen, mit der Maschinenpistole bedroht: Das haben Prominente im Urlaub schon alles mitgemacht.

Christian Springer, Kabarettist

"Die kleinen Dinge des Alltags sind es, die Urlaubstage zu einem Desaster werden lassen. Ich weiß noch gut, wie wir die Badesachen eingepackt haben, und den Anzug auch (vielleicht geht man ja mal fein italienisch essen), und die Bergschuhe kamen auch mit (die Berge waren vor der Tür). Dazu Mütze, Handschuhe, Bücher, Regenschirm und den Schokolad für die Fahrt. Freie Kubikzentimeter werden mit Laptop und Ladegeräten gefüllt. Passt, Heckklappe zu. Nach elf Stunden Fahrt Ankunft im Urlaubsparadies. Stimmung so lala. Anmeldung an der Rezeption und Vorfreude auf frische Socken und Spaghetti di Casa. Schnell zum Auto (der Wagen nennt sich Volkswagen und ist kein Kombi), wo die Überraschung wartet: Die Heckklappe ist im Urlaub, streikt. Sie geht partout nicht auf und die Experten sind machtlos. Hinten bleibt zu. Und alles ist noch drin. Das einzig erreichbare Urlaubsutensil: der flüssige Schokolad zwischen Handbremse und Fahrersitz. Kein Strand und keine Berge, sondern Tage in italienischen Kfz-Werkstätten. Dafür habe ich gelernt, was "fa niente" auf Deutsch heißt: Macht nichts."

1. August 2015, 11:292015-08-01 11:29:07 © SZ.de