bedeckt München 30°

Ramersdorf:Fragen zum Spurwechsel

Haidhauser Pop-up-Radweg beschäftigt die Nachbarn

Von Hubert Grundner, Ramersdorf

Bereits vor den Pfingstferien hat der Stadtrat die Sperrung einer Spur der Rosenheimer Straße in Haidhausen für den motorisierten Individualverkehr beschlossen und diese Spur dem Radverkehr gewidmet. Eine Beteiligung oder Information des unmittelbar angrenzenden Bezirksausschusses (BA) Ramersdorf-Perlach war allerdings nicht gegeben. Ein Umstand, den die CSU-Fraktion zum Anlass genommen hat, einen Antrag zu stellen, dessen Kernfrage lautet: Welche Auswirkungen hat der neu ausgewiesene Radweg an der Rosenheimer Straße auf den Stadtbezirk? Der Antrag bezieht sich deshalb auch konkret auf das Teilstück der Rosenheimer Straße zwischen der S-Bahn-Unterführung und dem Innsbrucker Ring.

Laut CSU soll das Projekt ohnehin bis Oktober 2020 evaluiert werden. Daher sei nun der richtige Zeitpunkt, dabei auch auf die weiteren Auswirkungen hinzuweisen, die sich unzweifelhaft ergeben. Eine präzise Analyse erscheine dringend notwendig, da das berechtigte Sicherheitsinteresse der Radfahrer an der Rosenheimer Straße verzahnt werden sollte mit den ebenso berechtigten Interessen der Anwohner in umliegenden Straßen, aber auch der Nutzer mehrerer Buslinien und der Autofahrer. Nur anhand präziser Daten ließen sich aus dem Provisorium valide Ableitungen treffen. Dabei denkt man bei der CSU beispielsweise an Verkehrsleitsysteme, weitere Möglichkeiten der Busbeschleunigung, eine Modifizierung der geplanten Brückenbaumaßnahme Rosenheimer Straße und dergleichen mehr.

Konkret wird in dem Antrag, den der BA in seiner jüngsten Sitzung verabschiedet hat, gefordert, auf der Rosenheimer Straße eine Verkehrszählung durchzuführen und diese mit früheren Verkehrszählungen analysierend zu vergleichen. Parallel soll die Münchner Verkehrsgesellschaft um eine ebenso vergleichende Auswertung der Pünktlichkeit der Buslinien 55, 145 und 155 gebeten werden. Im nächsten Punkt fordert der BA, dass ihm die Verwaltung bis spätestens 31. Oktober unter anderem berichtet, inwieweit es zu einer Veränderung des Staugeschehens des motorisierten Individualverkehrs auf der Rosenheimer Straße kommt und inwieweit sich dort der Anteil der Radfahrer verändert. Des weiteren will der BA wissen, ob sich die Pünktlichkeit der Linienbusse und damit einhergehend ihre Anschlussqualität am Ostbahnhof verändert. Das Gremium interessiert außerdem, ob Autofahrer seit Ausweisung der Radspur verstärkt in parallel verlaufende Straßen ausweichen und umgekehrt mehr Radfahrer von dort auf die Rosenheimer Straße einbiegen. Der Antrag endet mit der Frage an die Verwaltung, inwieweit die intendierte Steigerung des Radverkehrs unter Sicherheitsaspekten mit der Engstelle in der S-Bahn-Unterführung zwischen Orleans- und Friedenstraße vereinbar ist.

© SZ vom 15.07.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite