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Pasing:Sternchen hin und Sternchen her

Bezirksausschuss diskutiert das politisch Korrekte

Wer sich politisch korrekt und sensibel gegen jegliche Form von Rassismus verhalten will, hat's nicht immer leicht. Dieser Tage berichtete Angela Scheibe-Jaeger (SPD), die Migrationsbeauftragte des Pasinger Bezirksausschusses, dem Gremium von einem Treffen des Migrationsbeirats und bat um Unterstützung für einen Antrag, den sie von dort mitgebracht hat: "Das N-Sternchen-Sternchen-Sternchen-Sternchen-Wort soll in städtischen Räumen geächtet werden." Winfried Kaum (CSU), ihr gegenübersitzend, beugte sich vor: "Ich versteh' nicht, können Sie das noch mal erklären?" Scheibe-Jaeger wiederholte: "Das N-Sternchen-Sternchen-Sternchen-Sternchen-Wort soll in städtischen Räumen geächtet werden." Kaum: "Welches N-Wort?" Scheibe-Jaeger: "Na, das N-Wort." Kaum setzte noch mal nach, und Scheibe-Jaeger presste schließlich widerwillig und etwas gedämpft heraus: "Na, Neger eben."

Man fragt sich: Wollte Kaum die Kollegin etwa genüsslich vor sich hertreiben? Oder aber ist eine seit Längerem laufende gesellschaftliche Debatte an ihm, immerhin Stadtrat, völlig vorbeigelaufen? Maria Osterhuber-Völkl (CSU) betrieb eilends Schadensbegrenzung: Das sei ja nun ein wirklich wichtiges Thema, das bespreche man doch besser noch mal in einer weiteren Sitzung.

© SZ vom 14.06.2021 / son
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