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Pasing:Ordnung im Chaos

Workshop zum Verkehrskonzept für das Zentrum geplant

Von Jutta Czeguhn, Pasing

Sie drücken nun aufs Tempo, die Mitglieder des Bezirksausschusses (BA) Pasing-Obermenzing. Unbedingt noch in diesem Jahr, so heißt es in einem Antrag an die Landeshauptstadt, müsse der Workshop zustande kommen. Inhalt: die Umsetzung des Verkehrskonzepts für das Pasinger Zentrum. Notfalls müsse die Veranstaltung digital stattfinden, heißt es. Das Gremium duldet allein schon deshalb keinen Aufschub, weil es viele seiner Beschlüsse und Anträge aus dem vergangenen Jahrzehnt in der Sache nicht umgesetzt sieht. Ende September hatte sich der Münchner Stadtrat mit dem Pasinger Zentrum beschäftigt, Unzulänglichkeiten seines eigenen Konzeptes zumindest nicht völlig in Abrede gestellt - und er hatte dem mittlerweile reichlich frustrierten Stadtteilgremium besagten Workshop angeboten.

Ob eine Befriedungsmaßnahme oder nicht, der BA nimmt diese ausgestreckte Hand nun an, will aber selbst schon mal die Themen setzen, über die dann "intensiv" diskutiert werden müsse. Unter anderem sind das: die Bachbauernstraße, sie dürfe nicht abgehängt werden von der Bodenseestraße, die Durchfahrt in Höhe Spiegelstraße müsse erhalten bleiben. Zudem müsse das leidige Parkproblem angesprochen werden, und vor allem müssten wirkungsvollere Maßnahmen ergriffen werden, um das Parken auf den Gehwegen an der Bäcker-, Gleichmann-, Landsberger Straße zwischen Bäcker- und Gleichmannstraße und am Marienplatz rund um die Mariensäule dauerhaft zu unterbinden. Eines allerdings macht das Gremium schon jetzt klar: Nur ein paar Verkehrsschilder mehr aufzustellen, werde nicht die Lösung sein. Auch die Taxler, so fordert der BA, sollten zu mehr regelkonformem Parken aufgerufen werden. Überhaupt müsse Pasings Zentrum endlich zur Parklizenzzone werden.

Ein Problem, das die Pasinger schon von Anfang an am Verkehrskonzept kritisiert haben, sind die beiden Furten am Marienplatz und an der Kaflerstraße. Sie dürfen eigentlich nur von Bussen und Taxen überfahren werden, was viele Autofahrer jedoch hartnäckig ignorieren. Auch dagegen fordern die Stadtteilpolitiker "wirkungsvolle Maßnahmen".

Der Busbahnhof an sich wird ein Thema im Workshop sein, hier wünscht sich das Gremium die Neuordnung der Bushaltestellen, alle müssten endlich barrierefrei gestaltet werden und zudem Wartehäuschen mit Sitzgelegenheit bekommen. Nicht nur die Regelung von Bus- und Autoverkehr erscheint im Pasinger Zentrum einigermaßen verwirrend, auch Fußgänger und vor allem die vielen Radler empfinden die Situation als chaotisch. Für sie soll im Workshop ebenfalls nach besseren Lösungen gesucht werden.

© SZ vom 22.10.2020

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