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Polizei auf dem Oktoberfest: "Leute, die tanzen, prügeln nicht"

Wiesn-Polizisten als DJs

Wiesnbesucher auf dem Heimweg tanzen bei Nacht auf der Hackerbrücke zur Musik aus den Lautsprechern eines Polizeiwagens.

(Foto: dpa)

Diese Erkenntnis setzt die Polizei auf der Hackerbrücke um und beschallt Wiesn-Besucher auf dem Heimweg. Ansonsten haben es die Beamten eher mit ernsten Einsätzen zu tun.

Übergriffe im Hotel

Drei Sexualstraftaten hat die Polizei in dieser Woche bereits gemeldet, die außerhalb des Festgeländes stattfanden. In der Wiesnbilanz am Sonntag werden sie also nicht auftauchen. Doch der örtliche und zeitliche Zusammenhang zum Geschehen auf der Theresienwiese ist unbestreitbar. Die - im doppelten Wortsinn - jüngste Tat datiert vom Dienstagabend. Ein 17 Jahre alter München-Tourist fand im Suff sein Hotelzimmer nicht mehr. Zwei 35 Jahre alte Frauen aus Kanada fanden den Jugendlichen im Flur des sechsten Obergeschosses des Hotels an der Arnulfstraße. Sie wollten ihm helfen und legten ihn auf ein Bett in ihrem Zimmer. Als eine der Frauen zur Rezeption ging, wachte der 17-Jährige auf und griff der anderen, die auf ihn aufpasste, plötzlich an Brust und Gesäß und begann sich selbst zu befriedigen. Beamte der Westendinspektion nahmen ihn fest.

Schuh vom Fuß geklaut

Am Donnerstag sind Taschendiebfahnder der Wiesnwache kurz nach Mitternacht auf einen 53-jährigen Bielefelder aufmerksam geworden, der auf einer Parkbank neben einem schlafenden und offenbar betrunkenen 18-Jährigen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck saß. Der 53-Jährige stieß den jungen Mann an, um zu prüfen, ob er schläft. Dann öffnete er die Schnürsenkel des 18-Jährigen und zog ihm die Schuhe aus. Schließlich nahm er die - ungebraucht etwa 100 Euro teuren - Nike-Schuhe, wickelte sie in eine Tüte und packte sie in seinen Rucksack.

Tanzen statt prügeln

Die Polizei sorgt nicht nur für Ordnung - sondern auch für Stimmung. Aus den Lautsprechern eines Spezialbusses der Bundespolizei schallen am Heimweg vom Oktoberfest zur S-Bahn die Wiesn-Dauerbrenner "Atemlos" oder "Hulapalu". Jeden Abend verwandeln die Polizisten die Straße so in ein Tanzparkett. In erster Linie wollen die Beamten allerdings nicht für Party sorgen, sondern für einen friedlichen Heimweg. "Leute, die tanzen, prügeln nicht", sagt Heiko Müller. Der Polizist ist mit seinen Kollegen von der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin aus dem Bonner Raum angereist. Die sogenannten Lautsprecherkraftwagen - LauKW - der Polizei kommen nicht nur auf der Wiesn zum Einsatz, sondern auch bei anderen Großveranstaltungen.

Verbotener Rundflug

Eigentlich sollte sich das Flugverbot über der Wiesn inzwischen herumgesprochen haben. Doch manche Hobbypiloten halten sich offenbar für super-clever. Schon den dritten Drohnen-Lenker hat die Münchner Polizei jetzt während des Oktoberfests geschnappt. Am Mittwoch gegen 20.50 Uhr wurden Beamte der Wiesnwache auf die Lichter einer Drohne über dem Festgelände aufmerksam. Nachdem die Polizisten das Fluggerät der Marke DJI bis zu ihrer Landung im Bereich des Festgeländes verfolgen konnten, wurde der Besitzer, ein 31-jähriger Münchner, dort geschnappt. Im Rahmen der weiteren Sachbearbeitung wurde die Drohne samt Fernsteuerung sichergestellt. Der Mann wurde wegen eines Vergehens nach dem Luftverkehrsgesetz angezeigt.

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