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Oktoberfest:Immer noch freie Wiesn-Tische für Münchner

Im "Himmel der Bayern" ist kein Platz mehr frei, das Hackerzelt hat keine Reservierungstische mehr. In anderen Zelten aber geht noch was.

(Foto: Claus Schunk)
  • Dieses Jahr haben Münchner höhere Chancen, einen Wiesntisch zu bekommen.
  • 15 Prozent der Plätze dürfen bevorzugt von Münchnern reserviert werden.
  • In manchen Zelten sind bereits alle Plätze weg - aber nicht in allen.

Dass Münchner allein schon deshalb vom Schicksal begünstigt wurden, weil sie eben Münchner sind, ist ein gerne gepflegtes lokalpatriotisches Vorurteil. Bisweilen trifft es aber auch zu, wenn man ein bisschen nachhilft. So hat zum Beispiel Wiesn-Bürgermeister Josef Schmid (CSU) in die Wege geleitet, dass Münchner wochenends und an Feiertagen bis 15 Uhr leichter an einen Wiesntisch kommen - wenn sie nämlich mit dem Personalausweis nachweisen, dass sie in München wohnen, dürfen sie an diesen Tagen 15 Prozent der Plätze bevorzugt reservieren.

Die neue Regelung, vom Stadtrat unlängst einstimmig beschlossen, betrifft insgesamt etwa 10 500 Plätze. Die Nachfrage ist zwar in den einzelnen Zelten unterschiedlich, in der Regel aber groß. Beim Hackerzelt von Wirtesprecher Toni Roiderer war das Kontingent in kürzester Zeit vergeben.

Hacker-, Schottenhammel- und Löwenbräuzelt waren schnell reserviert

Eine Woche vorher war der Verkauf auf der Homepage des Hackerzelts angekündigt worden, am Stichtag 20. August waren sämtliche Tische innerhalb eines Vormittags reserviert. Auch im Schottenhamel-Festzelt waren die Tische, die zu vergeben waren, bald weg, wie der Wirt Christian Schottenhamel sagt: "Das war vorhersehbar, wir haben ja viele Münchner Stammgäste aus dem Löwenbräukeller und der Menterschwaige, die daran interessiert waren." Die Schottenhamels betreiben auch die beiden Biergärten.

Ähnlich verhält es sich beim Löwenbräuzelt von Wiggerl Hagn und seiner Tochter Stephanie Spendler. Sie betreiben auch den Biergarten in der Hirschau, und auch bei ihnen freuten sich viele Münchner Stammgäste über das Angebot. "Die zwei Reihen im Zelt waren relativ schnell weg", sagt Spendler, "es waren aber auch nicht allzu viele, und eigentlich geht man um die Zeit ja eher zum Kaffeetrinken."

Hans Stadtmüller von der Fischer-Vroni hat in drei von der Familie geführten Wirtschaften jeweils fünf Wiesntische angeboten: "Die waren schnell weg." Groß ist die Nachfrage ganz allgemein auch im Marstallzelt, sagt Verena Able: "Die Reservierungen für Münchner kommen bei uns sehr gut an." Aber, so die Tochter von Wiesnwirt Siegfried Able: "Alle Tische sind noch nicht weg." Es gebe noch Mittags- und sogar Nachmittagsplätze.

Hofbräuzelt, Ochsenbraterei und Bräurosl haben noch Plätze frei

Im größten Wiesnzelt, dem Hofbräuzelt, war die Nachfrage nach den "München-Tischen" sogar "eher verhalten", wie Wirtin Silja Schrank-Steinberg sagt. Ähnlich scheint es in der Ochsenbraterei gelaufen zu sein, auch wenn die Aktion "gut angenommen" wurde. Es sind zwar alle Samstagstische weg, "aber an den Sonntagen sind noch ein paar zu haben", wie Sprecherin Josephine Hafner sagt. Auch in der Bräurosl gibt es für den mittleren Wiesnsamstag noch Tische, sagt Daniela Heide, "die vergeben wir aber erst am Montag, 21. September, um zehn Uhr. Die sind sicher enorm begehrt."

Auch in der Schützen-Festhalle haben Münchner noch einen Schuss frei, wenn es um einen Wiesn-Tisch geht. Dort ist Mittwoch, 9. September, der Stichtag. Die vorhandenen Tische werden dann zwischen neun und 12 Uhr im Hotel "Drei Löwen" (Schillerstraße 8), das der Wirtefamilie Reinbold gehört, zur Reservierung angeboten.

© SZ vom 01.09.2015/axi

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