Oktoberfest 2010 Dreifacher Sperrring um die Theresienwiese

Beim Jubiläums-Oktoberfest wird das Gelände weiträumig mit Betonplatten und Lastern abgesperrt. Es wird drei Sperrringe um die Wiesn geben.

Von Jan Bielicki

Auch während des diesjährigen Jubiläums-Oktoberfests sollen die Theresienwiese und ihre Umgebung zur Hochsicherheitszone werden. Mit einem dreifachen Sperrring rund um das Festgelände wollen Polizei und Stadt der Gefahr von Attentaten begegnen.

Das fortgeschriebene Sicherheitskonzept für das Oktoberfest, über das der Stadtrat in der kommenden Woche entscheidet, sieht auch für 2010 vor, die Zufahrtswege zur Wiesn mit Pflanztrögen, Betonplatten und schweren Lastwagen zu versperren.

Autos, aber auch Busse, Taxis und Rikschas werden nicht mehr in unmittelbare Nähe der Festwiese fahren dürfen. Ähnlich hatten die Behörden bereits während der Wiesn 2009 reagiert, nachdem im Internet Drohbotschaften auftauchten, die Sicherheitsbehörden dem islamistischen Terrornetzwerk El Kaida zuordneten.

Damals hatte die Polizei den Autoverkehr rund um die Theresienwiese weiträumig ausgesperrt und Wiesn-Besucher verstärkt kontrolliert - Maßnahmen, die Polizeipräsidium wie Kreisverwaltungsreferat heute als "erfolgreich und zielführend" bewerten.

Seither arbeitet eine gemeinsame Projektgruppe der zuständigen Behörden daran, das bisherige Sicherheitskonzept weiterzuentwickeln. Ihr aufwendigster Vorschlag wird sich in diesem Jahr jedoch noch nicht verwirklichen lassen.

Erst 2011 sollen versenkbare Hochsicherheitspoller alle 19 Zufahrtswege auf das Festgelände sichern und verhindern, dass Attentäter mit Sprengstoff beladene Autos in die Besuchermassen steuern können. Wie dieses Gesamtkonzept genau aussehen und ob es tatsächlich, wie derzeit geschätzt, rund zwei Millionen Euro kosten wird, soll sich erst im Sommer entscheiden.

In diesem Jahr wird die Polizei darum - wie schon 2009 - provisorische Sperren errichten. Schwere Pflanzkübel und Fertigteile aus Beton werden die Zufahrten verengen. Ingenieure sind beauftragt, Vorschläge zu machen, wie auch diese Engstellen im Notfall innerhalb von 30 Sekunden blockiert werden können.

Fällt ihnen nichts Geeignetes ein, werden die Behörden wohl wieder schwere Lastwagen als Straßensperren auffahren, auch wenn so "ein ähnlich martialischer Eindruck erweckt werden dürfte wie im Jahr 2009", erklärt Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle. Um diesen inneren Sperrring werden sich zwei weitere legen.

Bavariaring und Theresienhöhe bleiben für den motorisierten Verkehr gesperrt. Besucherbusse müssen weit weg an der Hansastraße oder gar in Fröttmaning bleiben, Zubringerbusse kommen nur bis zum Zentralen Omnibusbahnhof an der Hackerbrücke. Taxifahrer müssen ihre bisherigen Standplätze am Rand der Wiesn aufgeben und in die Schwanthaler- und Herzog-Heinrich-Straße ausweichen.

Allein Wiesn-Beschicker sowie Anlieger und Gewerbetreibende, die innerhalb des Sperrgebiets einen Parkplatz auf Privatgrund nachweisen können, erhalten Zufahrtsberechtigungen. Im Katastrophenfall sollen auf den beiden Ringstraßen Verletzte behandelt werden.

Ein dritter Sperrring lässt nur Anlieger in die Straßen rund um die Theresienwiese. Sperrblenden machen aus diesen Straßen Sackgassen. Ob die Hans-Fischer-Straße im Süden der Festwiese für den Durchgangsverkehr offen bleiben kann, hängt davon ab, ob am Straßenrand ausreichend starke Sperren angebracht werden können.

Sperren wollen die Behörden auch den Himmel über der Wiesn - wie bereits 2001 und 2009. Ein Überflugverbot, das der Freistaat beim Bundesverkehrsministerium beantragen will, soll verhindern, dass tief fliegende Flugzeuge Panik unter den Besuchern auslösen.

Bundesliga-Fußballspiele wollen die Sicherheitsleute während der Wiesn eigentlich auch nicht sehen. Auf Bitten der Stadt, auf das Ansetzen solcher Spiele zu verzichten, hat der Deutsche Fußballbund in der Vergangenheit jedoch nie reagiert.