Obersendling/Sendling-Westpark An einem Strang

Bei der geplanten Aufwertung des Südparks sind sich die Vertreter der beiden betroffenen Stadtbezirke in ihren Forderungen einig. Diese reichen von festen Toiletten bis hin zu Zonen zum Chillen

Von Jürgen Wolfram, Obersendling/Sendling-Westpark

Bei der geplanten Aufwertung des Südparks, auch bekannt als Sendlinger Wald, gehen die beiden Bezirksausschüsse Sendling-Westpark (BA 7) und Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln (BA 19) Hand in Hand. Einstimmig unterstützten die Lokalpolitiker aus dem 19er jetzt ein Positionspapier ihrer Nachbarn, das eine Reihe von Forderungen an die Stadt enthält. So wird die Ausweisung der Spielbereiche als "hundefreie Zonen" sowie deren Einzäunung oder Ausstattung mit Pollern verlangt. Wichtig ist den beiden an den Südpark grenzenden Stadtbezirken ebenso die Errichtung einer festen Toilettenanlage.

Ausdrücklich gewürdigt werden in dem Papier die Bemühungen der Gartenbauabteilung des Baureferats, gemeinsam mit den Bürgern "eine moderne, inklusive und gendergerechte Anlage für Spiel, Sport und Freizeit zu schaffen". Es gab Anhörungen in einem Fürstenrieder Jugendzentrum sowie im kommunalen Gartenbau-Stützpunkt an der Inninger Straße. Die beiden Gremien haben keinen Zweifel, dass sich die bisherige "extensive Nutzung" des Südparks "erheblich ändern" werde. Vor allem Kinder und Jugendliche dürften sich dort künftig in wesentlich größerer Zahl tummeln, glauben sie.

Erst haben die Bürger zur Umgestaltung des Südparks ihre Ideen eingebracht, jetzt auch die Lokalpolitiker.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Die Errichtung der Toilettenanlage zeitgleich mit dem Bau eines Spielplatzes ist den Stadtteilpolitikern schon deshalb wichtig, weil sich weit und breit keine Ausweichmöglichkeiten befinden, etwa in Gaststätten oder Geschäften. Gerade Kinder mit Beeinträchtigungen benötigten Sanitärräume in Reichweite. Erinnert wird in diesem Zusammenhang an Handlungs- und Planungsempfehlungen ("Gendergerechte Spielraumgestaltung") der Stadt. Darin wird betont, wie wichtig Toiletten seien, damit Mädchen und Jungen Spielangebote gleichermaßen annehmen.

Die Erhöhung der Attraktivität des Südparks steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem neuen Wohngebiet an der Drygalski-Allee, Kistlerhofstraße und Boschetsrieder Straße ("Am Südpark"). Dort sollen einmal bis zu 3000 Menschen leben, die Erholung brauchten. Das Baureferat hat deshalb gemeinsam mit dem Freisinger Landschaftsarchitekten Rolf Lynen und unter Einbeziehung der Bevölkerung ein Konzept erarbeitet, nach dem die 60 Hektar große, waldreiche Grünanlage in ein Freizeitparadies verwandelt werden soll. Die Liste der Vorschläge reicht von Boulder-Anlage bis Basketballfeld, von "Zonen zum Chillen" bis hin zur Boccia-Bahn. Die Orientierungsmöglichkeiten sollen deutlich verbessert, kommunikative Sitzgelegenheiten eingerichtet werden. Eine attraktive Spiel- und Kletterlandschaft bleibt Kindern vorbehalten.

Erst haben die Bürger (oben) zur Umgestaltung des Südparks (unten) ihre Ideen eingebracht, jetzt auch die Lokalpolitiker.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Als problematisch erkannt wird die Nähe zur Garmischer Autobahn. Doch aus Naturschutz- und Kostengründen wurde der Lärmschutz verworfen. Einhellig begrüßt haben die Lokalpolitiker die Absicht, von jeder weiteren Versiegelung ebenso abzusehen wie von Baumfällungen. Der geplante Parkzugang an der Boschetsrieder Straße gilt ihnen als besonders gelungen. Landschaftsarchitekt Lynen spricht von einem "blühenden Tor" mit Obstbäumen, Stauden, Blumen sowie würfelförmigen Sitzgelegenheiten. "Aufenthaltsqualität" lautet das Stichwort. Das Baureferat will im nächsten Jahr die landschaftsschutzrechtliche Genehmigung für das Vorhaben Südpark-Aufwertung einholen und seine Pläne dann dem Stadtrat vorlegen. Die Umgestaltung soll 2020 beginnen.