Obergiesing:Geld vom Bund soll's richten

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Obergiesing: Von Heilig Kreuz (links) soll die Brücke über die Straße führen.

Von Heilig Kreuz (links) soll die Brücke über die Straße führen.

(Foto: Claus Schunk)

Das Projekt, die trennende Straßenschneise am Giesinger Berg mit einer Fuß- und Radwegbrücke zu überspannen, soll in das Programm "Nationale Projekte des Städtebaus 2016" aufgenommen werden

Von Hubert Grundner, Obergiesing

Seit Jahren schon kämpfen Matthias Rajmann und seine Mitstreiter für den Bau einer Fuß- und Radwegbrücke am Giesinger Berg. Obwohl sie für das Projekt inzwischen breite Unterstützung aus der Bürgerschaft erhalten, ließen konkrete Fortschritte bislang aber auf sich warten. Das ändert sich möglicherweise gerade: Ein erstes wichtiges Etappenziel wurde am 20. Januar erreicht, als die Stadträte im Planungsausschuss dem Vorhaben höchste Priorität zuerkannten. Jetzt könnte ihm weiterer Schub verliehen werden durch eine Initiative der "Brückenallianz Giesinger Berg". In deren Namen hat sich jetzt Klaus Bäumler, der Vorsitzende des Arbeitskreises Öffentliches Grün im Münchner Forum, direkt an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gewandt: Reiter solle das Giesinger Vorhaben schnellstmöglich für das Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus 2016" anmelden.

Eine Bewerbung um diese finanzielle Unterstützung drängt sich offenbar geradezu auf. "Die realistische Chance der Förderung des Brückenbaus durch den Bund, der zwei Drittel der Kosten tragen würde, sollte von der Stadt München unbedingt genutzt werden. Bei derzeit grob geschätzten Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro würde der Bund somit eine Million Euro tragen", versucht Bäumler den OB zu überzeugen. Das Förderprogramm ist demnach mit insgesamt 50 Millionen Euro ausgestattet und wurde erst am 26. Januar von Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) bekannt gemacht. Neben der sehr hohen Beteiligung des Bundes wäre aus Sicht der Stadt zudem von Vorteil, dass eine Bewerbung um Zuschüsse - bis spätestens 19. April - keine baureifen Planungen voraussetzt. Allerdings wurde vom Ingenieurbüro Karl und Probst bereits eine Studie angefertigt, die einen möglichen Brückenschlag sehr gut veranschaulicht.

Die Wahrscheinlichkeit, in den Genuss dieser Fördermittel zu gelangen, schätzen die Vertreter der Brückenallianz recht hoch ein. Ihrer Ansicht nach würde das Giesinger Vorhaben die vom Bund definierten Kriterien eines "nationalen Projekts des Städtebaus" in geradezu idealer Weise erfüllen. Mit dem Fuß- und Radweg am Giesinger Berg werde die trennende Straßenschneise durch ein "missing link" überwunden. Die gesamte östliche Isarhangkante zwischen Harlaching und Oberföhring werde barrierefrei aufgewertet und zugleich als traditionsreicher urbaner Erlebnisbereich der Münchner Bürgerschaft "rehabilitiert", betont Bäumler in seinem Schreiben an OB Reiter.

Neben der örtlichen Relevanz eines solchen Bauwerks spricht aus Sicht der Unterstützer außerdem dafür, dass es sich sehr gut in die übergeordneten städtebaulichen Ziele der Isar-Metropole einfügen würde. Es gibt aber laut Bäumler noch andere gute Gründe, hier von einem "Leuchtturmprojekt" zu sprechen: So verweist er unter anderem auf das Konzeptgutachten "Freiraum München 2030" und das vom Bund initiierte "Grünbuch Stadtgrün/Weißbuch Stadtgrün" ebenso wie auf die deutschlandweite Initiative des Sozialverbands VdK "2016 - Jahr der Barrierefreiheit".

Nicht zuletzt aber kam die Idee für die Fuß- und Radwegbrücke aus der Mitte der Bürgerschaft und wirkt umgekehrt in diese hinein: So warb Matthias Rajmann als erster für das Projekt, die kostenlose Machbarkeitsstudie eines Freundes sorgte dann für eine Initialzündung in der öffentlichen Diskussion; schließlich entstand die Brücken-Allianz, in der sich weitere Mitstreiter zusammenfanden. In gewisser Weise lässt sich ein Brückenschlag am Giesinger Berg sogar als Projekt der Ökumene verstehen. Zumindest nach Bäumlers Lesart würde es gut ins Lutherjahr 2017 passen, wenn auf die Weise die evangelische Lutherkirche auf der Ostseite und die katholische Heilig-Kreuz-Kirche auf der Westseite miteinander verbunden würden.

Nach Aufzählung dieser und weiterer Vorzüge empfiehlt er dem OB, die Brücke als nationales Projekt ins Rennen um die staatlichen Fördermittel zu schicken. Mit diesem Geld sei eine zeitnahe Realisierung des Vorhabens möglich. Bäumler schließt daher mit der Aufforderung an Dieter Reiter, das Ganze "zur Chefsache" zu machen. Aus dessen Büro wiederum heißt es, dass das grundsätzlich eine gute Idee sei. Man prüfe derzeit, ob die Voraussetzungen für das Förderprogramm erfüllt seien.

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