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Oberföhring:Autonom und kostenlos

Idee fahrerloser E-Shuttle-Busse für den Prinz-Eugen-Park

Als der Prinz-Eugen-Park noch ein verlassenes Kasernengelände war und der Bau von 1800 Wohnungen in weiter Ferne lag, wurden schon Stimmen laut, die einen Verkehrskollaps prophezeiten, wenn erst einmal 4000 Menschen das neue Quartier bewohnen und viele von ihnen von dort aus täglich zur Arbeit aufbrechen würden. Die Stadt setzte diesem Szenario ein Verkehrskonzept mit Durchfahrtsregelungen für die umliegenden Viertel entgegen, das Bauherrenkonsortium arbeitete ein Mobilitätskonzept aus: Möglichst viele Bewohner des Quartiers sollen möglichst viele Strecken mit dem Rad, dem Bus und der Tram zurücklegen.

Das ist gut und schön, wenn man in der Nähe der Haltestellen wohnt. Wer aber im östlichen Teil des Prinz-Eugen-Parks zu Hause ist, muss etwa 750 Meter zurücklegen, um zur Tram 16 oder 17 an der Cosimastraße zu kommen oder ungefähr 500 Meter in die Gegenrichtung laufen, um die Busse 154 und 184 im Fideliopark zu erwischen. Bei Sonnenschein mag der Fußmarsch oder die Radfahrt kein Problem sein, bei Regen sieht es anders aus. Der Bezirksausschuss (BA) Bogenhausen hat daher auf Initiative der SPD beantragt, im Prinz-Eugen-Park autonome E-Shuttle-Busse einzusetzen, also Busse ohne Fahrer, aber mit Begleitpersonal für den Notfall. Der Service solle für die Bewohner des Quartiers kostenlos sein. Damit könne man mehr Menschen dazu bewegen, aufs Auto zu verzichten, schrieben die Lokalpolitiker sinngemäß in der Begründung.

Aus der Antwort des Referats für Arbeit und Wirtschaft (RAW) und der Stellungnahme der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) geht allerdings hervor, dass daraus so bald nichts werden wird. Man führe gerade "erste Feldversuche mit automatisierten Fahrzeugen" durch und entwickle bis Ende des Jahres 2020 Handlungsempfehlungen für den künftigen Einsatz dieser Busse, ehe man dann geeignete Testfelder prüfe, teilt die Verkehrsgesellschaft mit. Dazu könne aber möglicherweise auch der Prinz-Eugen-Park gehören, dessen östliche Bereiche "in der Tat am Rande der Einzugsradien der Haltestellen liegen", wie die MVG einräumt.

© SZ vom 28.12.2019

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