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MVV will sein Gebiet ausweiten:Ein "magisches Dreieck"

In einem künftigen Großverbund mischen dagegen neben Bahn und MVG weitere Verkehrsbetriebe mit, zudem säßen 20 Landkreise und fünf kreisfreie Städte mit am Tisch. Und sie alle wollen mitkassieren.

Auch aus Kundensicht stellen sich viele Fragen: Je nachdem, wie der Tarif gestaltet wird, könnten Fahrgäste aus den beiden größten Verbünden MVV und AVV am Ende draufzahlen. Wichtig sind auch die Tarifgrenzen: Dort können mitunter immense Preissprünge entstehen, was wiederum dazu führen kann, dass Pendler nicht den nächstgelegenen Park-&-Ride-Platz ansteuern, sondern erst noch längere Strecken per Auto zurücklegen. Fachleute sprechen von einem "magischen Dreieck", das es bei der Tarifplanung auszutarieren gelte: Die Nahverkehrspreise müssen einfach sein, dazu noch gerecht. Und am Ende muss genug Geld fließen, um Busse und Bahnen fahren lassen zu können.

Absehbar ist, dass das aktuelle Münchner System mit seinen Zonen und Ringen, das "monozentrisch" auf die Landeshauptstadt ausgerichtet ist, eine Erweiterung wohl nicht überleben wird. Denkbar ist vielmehr ein Tarifgeflecht aus verschiedenen Waben, bei denen dann zum Beispiel die fünf Städte jeweils eine Großwabe bilden, in der man dann mit einem Fahrschein fahren kann. "Polyzentrisch" ausgerichtete Regionen wie beispielsweise das Rhein-Main-Gebiet oder der Mannheimer Raum arbeiten mit solchen Tarifstrukturen.

All diese Fragen wollen die MVV-Planer nun klären - nicht nur mit Vertretern der Städte und Landkreise, die sich in einem EMM-Verein zusammengeschlossen haben, sondern auch mit der Unterstützung von Forschern. Bis der Großverbund starten könnte, wird also noch viel Zeit vergehen. Ein mögliches Startdatum aber, so ist zu hören, wären Olympische Winterspiele 2022, sollte München den Zuschlag dafür erhalten. Schließlich war ja auch der MVV zu den Spielen 1972 gegründet worden.

© SZ vom 20.07.2013/wolf

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