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München:Umsatteln ist attraktiv

Eine Umfrage dokumentiert das Interesse am Pendeln mit Rad

Von Kilian Beck

Das Münchner Pilotprojekt "Park and Bike" scheint anzukommen. Die Frankfurt University of Applied Sciences legt ein erstes Zwischenergebnis einer Online-Befragung vor, wonach ungefähr ein Drittel der bereits Befragten das Angebot nutzt oder es nutzen möchte. Ziel des "Park and Bike"-Projekts ist es, zusätzlich zum etablierten "Park and Ride"-Umstieg vom Auto auf den ÖPNV einen stadtnahen Wechsel vom Auto auf das Fahrrad zu ermöglichen. Das Pilotprojekt bindet die Park-and-Ride-Anlagen Michaelibad, Westfriedhof, Studentenstadt und Lochhausen-Nord ein. Diese seien mit einem Abstand von fünf bis 15 Kilometern ins Stadtzentrum "räumlich repräsentativ" für das gesamte Münchner Park-and-Ride-Angebot, stellt die Frankfurt University of Applied Sciences fest. Zusätzlich integriert ist noch die Anlage in Sauerlach, die an einer sogenannten Radhauptverbindung nach München liegt.

An der Umfrage hätten bisher gut 180 Personen teilgenommen, und 153 Antworten seien verwertbar, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Frankfurt University of Applied Sciences und der städtischen P+R Park & Ride GmbH. Neben dem positiv gestimmten Drittel sehen sich 55 Prozent der Befragten nicht auf einem "Park and Bike"-Rad in die Stadt radeln. Gründe hierfür sind der Befragung zufolge der als zu stressig wahrgenommene Radverkehr, die Entfernung zum Ziel, oder dass die Interviewten ungern in Geschäftskleidung in die Pedale treten.

Potenzial habe das Projekt trotzdem, so P+R-Geschäftsführer Wolfgang Großmann. Besonders Fernpendler wolle man ansprechen. Bei weiten Strecken könnte Park and Bike "die Möglichkeiten umweltgerechter Mobilität sinnvoll ergänzen", sagt Großmann. Die Hochschule und die P+R Park & Ride GmbH prüfen eine Verlängerung des Pilotversuchs und der wissenschaftlichen Begleitung.

© SZ vom 31.10.2020

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