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Trudering-Riem:Freie Fahrt mit Hindernissen

Für eine Grüne Welle sind auf der B 304 zu viele Autos unterwegs

Von Ilona Gerdom, Trudering-Riem

27 000 bis 31 000 Fahrzeuge passieren täglich die Wasserburger Landstraße. Gerade zu den Stoßzeiten führt das zu zäh fließendem Verkehr. Deshalb hatte der Bezirksausschuss (BA) Trudering-Riem eine "echte Grüne Welle" gefordert. Jedoch ohne Erfolg, laut Kreisverwaltungsreferat (KVR) wäre sie "praktisch ohne Funktion".

"Das, was das KVR derzeit dem BA und den Bürgern als 'Grüne Welle' verkauft, ist nicht praxistauglich", heißt es im Antrag, der auf Initiative der CSU gestellt worden war. Aus dem Antwortschreiben der Stadtverwaltung geht hervor, dass es bereits eine Grüne Welle gibt. Diese sei stadteinwärts zwischen 6 und 12 Uhr und stadtauswärts zwischen 12 und 22 Uhr koordiniert. Allerdings funktioniere sie nur bei einer Auslastung von etwa 85 Prozent. Hauptverkehrsadern wie die Bundesstraße 304, also die Wasserburger Landstraße, seien aber stärker frequentiert. Hinzu komme, dass sich die Abstände der Ampeln "aus dem historisch gewachsenen Straßennetz" ergeben und nicht veränderlich seien. Das wirke sich negativ auf eine durchgehend freie Fahrt aus. Erschwerend komme hinzu, dass Autofahrer außerhalb des Berufsverkehrs bei leeren Straßen häufig schneller führen, womit sie sich eine optimierte Ampelschaltung "selbst kaputt" machten.

Das KVR gibt außerdem an, dass die Wabula - wie die Straße im Viertel genannt wird - Teil des neuen Förderprojekts "Lastabhängige Programmauswahl" ist. Dort wird untersucht, ob man Ampelschaltungen je nach Auslastung der Straße koordinieren kann. Das Referat versichert, dass bei Neuplanungen grundsätzlich darauf geachtet werde, Ampeln "bestmöglich zu Grünen Wellen zu koordinieren". Das gelte "im besonderen Maße für die Wasserburger Landstraße".

© SZ vom 19.11.2020/van
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