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Tourismus:Wieder ein Rekordjahr für München

Touristen in München, 2019

Das Klischee vom dauerknipsenden Japaner, stimmt es womöglich gar nicht? Die meisten München-Besucher kommen aus anderen Teilen Deutschlands. Den zweiten Platz belegen Amerikaner, dahinter kommen die Italiener.

(Foto: Robert Haas)

8,8 Millionen Touristen sind 2019 in die Stadt gekommen - ein Plus von 5,9 Prozent. Den größten Zuwachs gibt es bei Übernachtungen von Reisenden aus Deutschland.

Und wieder ein ordentliches Plus: Die Stadt hat im vergangenen Jahr erneut eine erhebliche Zunahme an Touristen und Übernachtungen verzeichnet. Fast sechs Prozent mehr Gäste kamen 2019 in die Stadt als im Jahr zuvor, 8,8 Millionen insgesamt. Die Zahl der Übernachtungen stieg gar um 6,8 Prozent. Die Hotels und Pensionen - statistisch werden alle gewerblichen Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Betten erfasst - meldeten 18,3 Millionen Übernachtungen. Davon gingen 9,5 Millionen auf das Konto von Reisenden aus Deutschland. Deren Übernachtungen sind mit 8,6 Prozent besonders deutlich gestiegen. "Der Bereich Tourismus ist ein wichtiger Faktor am Wirtschaftsstandort München", sagte Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU), "2019 betrug der touristisch bedingte Umsatz damit 8,6 Milliarden Euro."

Gleich nach den innerdeutschen Gästen kommen als zweitgrößte Gruppe die Touristen aus den USA. Die amtliche Statistik verzeichnete für sie gut 1,2 Millionen Übernachtungen, gefolgt von den Italienern mit mehr als 613 000 Übernachtungen. Danach folgen auf Platz vier Touristen aus Großbritannien mit 585 544 und auf Platz fünf die Besucher aus den arabischen Golfstaaten mit gut 528 000 Übernachtungen. Im 400 000er-Bereich kommen dann die Länder Schweiz, Österreich, Russland und China. Den zehnten Platz belegt Spanien mit rund 350 000 Übernachtungen.

Für Geraldine Knudson sind diese Zahlen auf der einen Seite erfreulich. Die Leiterin von München Tourismus, der städtischen Tourismusorganisation im Referat für Arbeit und Wirtschaft, sieht in ihnen allerdings auch eine Herausforderung: "Das stetige Wachstum des Tourismus' in München verlangt danach, diesen Tourismus nachhaltig zu managen. Denn ein Erfolgsfaktor unserer Destination ist die typisch münchnerische Gastfreundschaft." Sie wolle die Tourismusströme gleichmäßiger im Jahr verteilen und Reiseanreize auch in der Randsaison schaffen. Das will sie durch gezielte Kampagnen erreichen, die "den Blick potenzieller Gäste auf die Kultur, die Kreativität und die Innovationskraft unserer Stadt" lenken. Diese Kampagnen, speziell in Deutschland, Österreich und der Schweiz, hätten offenbar gefruchtet.

Auch die übrigen europäischen Auslandsmärkte trugen im vergangenen Jahr zu einer deutlichen Zunahme an Übernachtungen um 8,2 Prozent bei. Leicht zurück ging die Zahl der asiatischen Gäste, hier gab es 1,9 Millionen Übernachtungen weniger. Eine Zahl, die in diesem Jahr wegen der Ausbreitung des Coronavirus und der ausbleibenden chinesischen Gäste wohl noch niedriger ausfallen dürfte.

Ungebrochen ist nach wie vor das Wachstum der Hotellerie. Im vergangenen Jahr eröffneten in München 20 neue Häuser mit mehr als 8000 Betten. Damit gab es Ende 2019 in der Stadt 470 gewerbliche Beherbergungsbetriebe mit knapp 88 000 Betten. Dennoch ist die Auslastung mit 75 Prozent stabil geblieben, ebenso wie die Zimmerpreise. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga betrachtet die Entwicklung jedoch seit Jahren mit Sorge und spricht gern von einer "Blase", die in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten leicht platzen könne.

© SZ vom 21.02.2020/vewo/kast
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