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München:Rechte Parolen: Bundeswehr entlässt zwei Offiziersanwärter

Bundeswehr

Zwei Offiziere der Bundeswehr-Universität in München wurden wegen rechter Parolen entlassen.

(Foto: Stefan Sauer/dpa)
  • Bereits in der vergangenen Woche wurden zwei junge Offiziersanwärter fristlos aus der Bundeswehr entlassen.
  • Sie seien Ende 2016 und Anfang dieses Jahres durch Sprüche wie "Juden-Schwein" und "Heil Hitler" aufgefallen.

Die Bundeswehr hat zwei Offiziersanwärter wegen rassistischer und antisemitischer Äußerungen fristlos entlassen. Wie am Mittwoch im Verteidigungsausschuss des Bundestages mitgeteilt wurde, handelt es sich um zwei Studenten der Bundeswehr-Universität München. Sie sollen mit Sprüchen wie "Judensau", "Neger" oder "Heil Hitler" aufgefallen sein und wurden in der vergangenen Woche entlassen.

Kürzlich war bekannt geworden, dass der Militärische Abschirmdienst (MAD) derzeit gegen vier Studenten der Bundeswehr-Universität München wegen des Verdachts auf Rechtsextremismus ermittelt. Hier sollen Verbindungen zur sogenannten Identitären Bewegung bestehen. Einer der beiden nun Entlassenen soll zu dieser Personengruppe gezählt haben.

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Seit Wochen stehen mögliche rechtsextreme Umtriebe in der Bundeswehr im Blickpunkt. Ausgelöst hatte die Debatte der Fall des Oberleutnants Franco A., der mit mutmaßlichen Komplizen Anschläge auf Politiker und andere Persönlichkeiten geplant haben soll, um dann den Verdacht auf Flüchtlinge zu lenken. In der Folge hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine Debatte über die innere Haltung der Truppe angestoßen, was sich unter anderem an der Ausstellung von Wehrmachts-Devotionalien in einigen Kasernen festmachte. Generalinspekteur Volker Wieker hatte daraufhin die Durchsuchung sämtlicher Liegenschaften der Bundeswehr angeordnet. Das Ergebnis dieser "Bestandsaufnahme zum Traditionsverständnis" wurde am Mittwoch ebenfalls im Verteidigungsausschuss besprochen.

Insgesamt 400 Fundstücke werden in dem entsprechenden Dokument aufgelistet. In dessen Einleitung heißt es, das Ergebnis der Durchsuchungen umfasse "ein sehr breites Spektrum vom zulässigen wissenschaftlichen Exponat im Rahmen einer gültigen militärhistorischen Sammlung bis zur verbotenen Devotionalie mit Hakenkreuz". Erfasst worden seien auch "im Hinblick auf den Begehungszweck nicht einschlägige Fundstücke", etwa Säbel aus der napoleonischen Zeit. Daher seien die notwendigen Schritte höchst unterschiedlich. Hier reicht das Spektrum von "Verbot und sofortiges Entfernen" über "Einordnen in den notwendigen militärhistorischen Kontext" bis zu "keine weiteren Maßnahmen". Die Liste beruhe auf "Einzelmeldungen der Organisationsbereiche", die "einen höchst unterschiedlichen Detaillierungsgrad" aufwiesen, so das Ministerium.

Tatsächlich weist die Liste eine enorme Spannbreite auf. Eine "Fettpresse", die in der Wehrmacht verwendet worden sei, wird genauso erwähnt wie eine "Hakenkreuzschmiererei", ein Wehrmachtsdolch, oder das "Gebet eines Panzermannes". Ebenfalls aufgelistet sind Bilder der Generäle Friedrich Olbricht und Henning von Treschkow, zwei der führenden Köpfe des militärischen Widerstands gegen Adolf Hitler.

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