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München/Oberschleißheim:Aufschlussreiche Gespräche

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Kunsthistoriker Kurt Zeitler (Mitte), geboren 1959, arbeitet als Kurator an der Staatlichen Graphischen Sammlung in München und ist dort stellvertretender Direktor.

(Foto: Florian Peljak)

Konservator Kurt Zeitler ist Gutachter bei "Kunst + Krempel"

Von Carla Bihl, München/Oberschleißheim

Der Bayerische Rundfunk macht nach vier Jahren mit seiner Sendung "Kunst + Krempel" wieder Station in Oberschleißheim. Von Freitag, 25., bis Sonntag, 27. September, werden im historischen Speisezimmer des Neuen Schlosses 18 halbstündige Folgen produziert. Publikum gibt es nicht.

Seit acht Jahren steht Kurt Zeitler vor der Kamera der ältesten Antiquitätensendung Deutschlands, die seit 1985 läuft. Als Experte für Kunst auf Papier berät und bewertet der Hauptkonservator der Graphischen Sammlung München gemeinsam mit Kunsthistoriker Herbert Giese eingereichte Exponate.

An der Sendung schätze er besonders, dass die Beratung seriös sei, sagt Zeitler. Außerdem komme es dabei nicht nur auf den Schätzwert des Mitgebrachten an, sondern es gehe um Hintergrund-Vertiefung. Vielen Zuschauern und Teilnehmern bereite es Freude zu sehen, an welchen Kriterien man erkenne, ob es sich um ein Original oder um eine Fälschung handelt und woran sich Qualität zeigt.

In der Graphischen Sammlung betreut Zeitler italienische und französische Kunst bis 1800 von Leonardo da Vinci, Michelangelo und Raffael bis zu Tiepolo, Antoine Watteau und Jacques Louis David. Bei "Kunst + Krempel" sei die Spannweite der Beratung größer: "Ich wollte nie ein Fachidiot sein", sagt Zeitler. Beim Begutachten schätze er das Zusammentreffen mit den Menschen: "Es ist höchst aufschlussreich, Gespräche über diese Werke zu führen, wo sie herkommen und was sie den Menschen bedeuten." Bei der Kunst nach 1800 komme eine Fülle an Techniken hinzu, die vorher nicht gebräuchlich waren, erklärt Zeitler. So müsse man als Experte einen feineren Blick entwickeln.

Ausgestrahlt werden die neuen Folgen von "Kunst + Krempel" von Mitte Oktober an samstags zwischen 19.30 und 20 Uhr im BR-Fernsehen.

© SZ vom 23.09.2020

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