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München:Menschenkette für die Künste

Zwei Demos: auf dem Odeonsplatz und zwischen den Theatern

Von Rita Argauer

Das Kulturleben ist mit am stärksten betroffen vom erneuten Lockdown. Darunter leiden die Künstlerinnen und Künstler, darunter leiden auch die, die den Kunstgenuss als essenziell für ihr Leben betrachten. Angesichts dessen sind in München nun für Samstag, 31. Oktober, zwei Demonstrationen angekündigt. Um 12 Uhr soll ein weiteres "Requiem für die Kultur" auf dem Odeonsplatz stattfinden. Eine Gruppe von Musikern unter dem Namen #trotzcorona hatte dort in den vergangenen Monaten öfter musikalisch demonstriert, um auf die Verluste - finanziell und ideell - die das Münchner Musikleben erfahren muss, hinzuweisen. Nun habe man sich mit der Initiative "Aufstehen für Kultur" zusammengetan, wie Organisatorin Andrea Fessmann mitteilte, denn: "Die Situation hat sich weiter zugespitzt: die Kultur stirbt. Einen erneuten Lockdown werden viele Musiker und Musikerinnen nicht durchstehen, ihre Existenzen sind massiv bedroht!" Als Zeichen wird Mozarts Requiem live musiziert.

Auch die Schauspielerinnen und Schauspieler werden massiv unter der erneuten Schließung der Häuser leiden. Um dem Ausdruck zu verleihen, hat ein Zusammenschluss der Münchner Ensembles ebenfalls für Samstag zur Teilnahme an einer "kontaktlosen Menschenkette" aufgerufen. Im Abstand von je fünf Metern soll die Kette, für die man sich bis Freitagnacht anmelden konnte, von den Kammerspielen über das Residenztheater bestenfalls bis zum Volkstheater reichen. "Wir wollen ein Zeichen der Verbundenheit setzen und solidarisieren uns mit allen Freischaffenden Künstlern und städtischen wie staatlichen Theaterhäusern!", heißt es in dem Aufruf, den stellvertretend für die Ensembles unter anderen Katharina Bach, Thomas Hauser, Anna Gesa-Raija Lappe und Michael Wächter unterzeichnet haben. Von 14.30 Uhr bis 16 Uhr soll die Menschenkette die drei Theater verbinden. Ein Mund-Nasen-Schutz solle dabei unbedingt getragen werden: "Es geht um die Sichtbarkeit und den Erhalt des Kultursektors und nicht darum die Schutzmaßnahmen anzuzweifeln", heißt es.

© SZ vom 31.10.2020

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