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München:Mängel-Melder

Mitte des Jahres will die Stadt ein Service-Portal freischalten

Von Ellen Draxel

Viele Augen sehen mehr als wenige: Wer in Nürnberg an einer defekten Laterne, an überfüllten Mülleimern, Straßen mit Schlaglöchern, kaputten Spielgeräten oder vereisten Wegen vorbeikommt, kann dies sofort bei der Stadt melden. Die fränkische Kommune betreibt eine Mängel-Melder-Plattform, die es erlaubt, online mit ein paar Klicks auf Verunreinigungen oder Schäden hinzuweisen. In der bayerischen Landeshauptstadt gibt es solch ein Angebot bislang nicht, kaputte Straßenlampen oder Ampeln können dort lediglich telefonisch der Verwaltung mitgeteilt werden. Das Servicetelefon der Aktion "Bei Anruf Licht!" ist rund um die Uhr besetzt.

Doch München will nachziehen. Unter dem sperrigen Begriff "Anliegenmanagement-Plattform" entwickelt das IT-Referat derzeit eine dem fränkischen Modell nachempfundene, ähnlich funktionierende Website. Mitte des Jahres soll das Projekt offiziell starten, ein interner Testbetrieb unter der Webadresse "maengelmelder.muenchen.de" und der München-App "Services" - "Rein. Und sauber" läuft bereits als Pilot. "Zweck der Plattform ist es, engagierte Bürger und Bürgerinnen aktiv einzubinden, Mängel oder Missstände schneller zu identifizieren und zu beseitigen sowie effizienter mit der Stadtverwaltung zu kommunizieren und Verwaltungsleistungen transparenter darzustellen", erklärt Referatssprecherin Andrea Steiler. Das Prinzip ist dabei denkbar einfach: Via Internet von zu Hause aus oder mit der Geo-Lokation des Smartphones oder Tablets direkt an Ort und Stelle können Nutzer Missstände melden, indem sie die Mängelmelder-Plattform aufrufen, eine Kategorie wählen, den Ort mittels Karte oder Adresseingabe bestimmen und beschreiben, was defekt ist oder verbessert werden soll. Optional kann der Meldung auch noch ein Foto hinzugefügt werden.

Sollte eine andere Person diesen Mangel schon gemeldet haben, wird das vom System erkannt. So werden unnötige Doppel-Meldungen verhindert. Bereits erfasste Meldungen kann jeder auf einer Stadtkarte einsehen, inklusive detaillierter Informationen, Fotos und Angaben der Verwaltung zum Bearbeitungsstand. Der Vorteil dieser Plattform soll die direkte Kommunikation sein. Denn die Mängel werden vom System automatisch an die zuständigen Fachabteilungen der Stadt weitergeleitet. Auf Wunsch erfahren die Meldepersonen außerdem per E-Mail jede Veränderung am Bearbeitungsstand ihrer Meldung.

"Dank des digitalen Mängelmelders kann jede Münchnerin und jeder Münchner künftig noch einfacher dazu beitragen, dass die Landeshauptstadt weiterhin so lebenswert bleibt", sagt IT-Referent Thomas Bönig. "Und das ohne viel Schreibverkehr und Zeitaufwand."

© SZ vom 22.01.2021
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