Kritik:Jugendliche Frische

Lesezeit: 1 min

Kritik: Der Geiger Louis Vandory liefert sich beim Hochschul-Festkonzert einen virtuosen Wettstreit mit dem Orchester.

Der Geiger Louis Vandory liefert sich beim Hochschul-Festkonzert einen virtuosen Wettstreit mit dem Orchester.

(Foto: Severin Vogl)

Die Studierenden der Münchner Musikhochschule stellen sich hochmotiviert mit einem Festkonzert in der Isarphilharmonie vor.

Von Sarah Maderer, München

Im wörtlichen wie übertragenen Sinn sitzen die Studierenden der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) auf vorderster Stuhlkante, aufmerksam, flexibel, bereit zum Sprung. Ihre Agilität und Vorfreude stellen die jungen Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Marcus Bosch am vergangenen Samstag beim Festkonzert in der Isarphilharmonie des HP8 unter Beweis, wo im Oktober die bislang im Gasteig untergebrachten Studiengänge der Hochschule ihr Interimsquartier beziehen. Bis dahin bleibt zwar noch Zeit, doch mit diesem Festwochenende wolle man dem Sendlinger Publikum schon einmal eine Visitenkarte dalassen, verkündet Hochschulpräsident Bernd Redmann in seiner Konzertansprache.

Als Teil der Konzertreihe "Romantikfenster" widmet sich das Programm einem Komponisten der Romantischen Epoche, an diesem Abend Mendelssohn. Dessen Ouvertüre "Die Hebriden" vertont schottische Küste und keltischen Mythos; das fließende Wellenspiel der Streicher und die lyrischen Parts der Holzbläser - insbesondere die herausragenden Klarinettensoli - eröffnen das Konzert wahrlich romantisch.

Tänzerische Leichtigkeit

Der Geiger Louis Vandory, der bereits mit elf Jahren als Jungstudent an der HMTM aufgenommen wurde und derzeit in der Klasse von Julia Fischer studiert, nimmt es wörtlich mit dem concertare und liefert sich in Mendelssohns Violinkonzert in e-Moll einen virtuosen Wettstreit mit dem Orchester. Klanglich glänzt er dabei in den Höhen, technisch durch eine vielseitige Bogenhand.

Die Darbietung von Mendelssohns Fünfter Sinfonie, der Reformationssinfonie, profitiert ungemein von der Frische und Motivation der angehenden Profimusiker. Bosch hält die Zügel straff in der Hand und trotzt den Stellen, die oftmals zum Eilen verleiten. Die tänzerische Leichtigkeit des zweiten Satzes transportiert das Orchester ebenso überzeugend wie den getragenen Choral "Ein feste Burg ist unser Gott" mit Fuge und imposant ausgedehntem Schlusssatz-Finale - Visitenkarte angekommen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB