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Freizeit:Ein bunter Herbst für Kinder

Herbstferien

In den ganztagsbetreuten Workshops von Lilalu können sich die Nachwuchskünstler in Akrobatik und Stunts, in Bodenturnen und Zauberei erproben.

(Foto: Tom Sgodda/oh)

Trotz der Beschränkungen gibt es viele Angebote für die Ferienwoche

Von Barbara Hordych

Mittlerweile ist ins allgemeine Bewusstsein vorgedrungen, wie wichtig es ist, die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in Pandemiezeiten zu schützen. Ihr Alltag war und ist von Corona-Maßnahmen besonders betroffen. Viele Veranstalter von Kinder- und Familienprogrammen haben sich deshalb trotz der erschwerten Umstände mit Hygieneauflagen und Abstandsregeln für die Herbstferien Angebote ausgedacht, die Abwechslung, Bewegung und Kreativität versprechen.

Das Feierwerk will auf den "Dschungel", sein Familien-Kulturfestival, nicht verzichten. Von 31. Oktober bis 8. November gibt es ein breit gefächertes Programm für Kinder ab drei Jahren, ihre Eltern und Großeltern. Die Aufführungen "Glucks und das schrecklich liebe Gespenst" (31. Oktober), "Der Glitzerschuppenfisch" (1. November) und "Eine zauberhafte Weltreise" (4. November) finden aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl mit jeweils zwei Vorstellungen statt. Für sie gilt ebenso wie für die Bastel-, Holz- und Kreativwerkstätten sowie das Kinderkino: Sie sind nur mit vorheriger Anmeldung besuchbar. "Aber wir haben mit den Künstlern und Workshop- Leitern verabredet, dass sie möglichst bis kurz vor Beginn noch flexibel sind", sagt Julia Irländer vom Feierwerk.

Um die Hygiene-Auflagen besser einhalten zu können, wurden neue Formate eingeführt. Beispielsweise hat das sonntägliche "Familiencafé" das Format "Early Sunday Morning" abgelöst. "Statt Live-Musik und Frühstücksbüffet gibt es jetzt Kaffee und Kuchen am Platz", erklärt Irländer. Parallel kann in einem Aktionsraum gebastelt werden, an großen Tischen mit "meterweise Luft dazwischen" (Anmeldung unter Telefon 089/72 488 240 oder per Mail an dschungelpalast@feierwerk.de).

Im großen Werkstattraum des Kinderkunsthauses gibt es ebenfalls die Möglichkeit, mit entsprechendem Abstand kreativ zu werden. "Das offene Programm am Wochenende, bei dem mitunter zweihundert Besucher zwischen 10 und 18 Uhr unangemeldet vorbeikamen, mussten wir natürlich umstrukturieren", sagt Kinderkunsthaus-Gründerin Alexandra Helmig. Stattdessen heißt es "Zeit zu Zweit": Besucher können Zeitschienen zu jeweils eineinhalb Stunden buchen, von 30. Oktober bis 1. November, und am darauffolgenden Wochenende, 7. und 8. November.

"Auch wenn wir in Pandemiezeiten unser Digitalprogramm mit Kreativtipps ausgeweitet haben, ist doch das gemeinsame Live-Erlebnis, die Atmosphäre im kreativen Umfeld, durch nichts zu ersetzen", sagt Helmig. Froh ist die Schauspielerin und Musikerin, dass sie und ihr Mann, der Verleger Sebastian Zembol, das Kinderkunsthaus bei seinem Umzug vor zwei Jahren in die Schwabinger Römerstraße direkt mit Frischluftanlagen ausgestattet haben. "Dazu sind jetzt Luftreinigungsgeräte in höchster Qualität im Einsatz", sagt Helmig.

In den Herbstferien sind außerdem Tageskurse für Nachwuchskünstler ab sechs Jahren buchbar, etwa "Cy Twombly in echt" am 3. November. Inspiriert von einem Ausflug ins Museum Brandhorst zu Twomblys großformatigen Schiffsbildern wird anschließend selbst gezeichnet. Für 4. November ist ein weiterer Ausflug vorgesehen, in die Kunsthalle zu Thierry Muglers "Couturissime" - auch danach entstehen eigene Textilkreationen (Infos unter www.kinderkunsthaus.de).

Im Franz-Marc-Museum in Kochel am See wurden die Kinder-Workshops pandemiebedingt auf maximal sechs Teilnehmer beschränkt, dafür stehen zwischen dem 31. Oktober und dem 8. November täglich mehrere Kurse zur Auswahl. Bei der Skulpturenwerkstatt am 3. November besuchen die Teilnehmer die Sonderausstellung mit kleinen Skulpturen und Tierstudien von Franz Marc, anschließend gestalten sie im Museumsatelier mit selbsttrocknender Modelliermasse eigene Fantasiefiguren. Beim "Actionpainting" am 8. November kann man wie Niki De Saint-Phalle auf einer Leinwand Farbbeutel zum Platzen bringen oder mit Spritzpistolen und Pumpsprays Farbexplosionen auf die Leinwand zaubern. (franz-marc-museum.de).

Nach draußen lädt das Freilichtmuseum Glentleiten in der Ferienwoche täglich von 10 bis 16 Uhr. Da einige Angebote für Kinder und Familien nicht wie gewohnt stattfinden können, haben sich die Museumspädagoginnen auch hier etwas ausgedacht: Bei den Fotosafaris für Kinder ab dem Vorschulalter etwa gilt es, an den historischen Museumsgebäuden Details zu erkennen. Rätselrallyes führen über das Museumsgelände und vermitteln spielerisch Wissen, und zum kreativen Umgang mit Naturmaterialien lädt das Land-Art-Projekt "Herbst im Museum" ein: Aus Blättern, Steinen, Ästen, Kastanien und Blütenblättern entstehen herbstliche Kunstwerke am Boden (www.glentleiten.de).

Wem der Sinn nach mehr Action steht, ist in den Workshops von Lilalu bestens aufgehoben. Von 2. bis 6. November bietet das Johanniter-Ferienprogramm fünftägige Workshops in Neuhausen und Perlach für Fünf- bis Dreizehnjährige an. Auf dem Programm stehen unter anderem Akrobatik, Bodenturnen, Stunt und Sporttrampolin, aber auch Vertikaltuch und Zauberei. Auch hier gilt ein extra erarbeitetes Hygienekonzept - kein Kunststück, wenn man sich dabei hoch in die Lüfte schwingt (www.lilalu.de).

© SZ vom 26.10.2020
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