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Tausende Päckchen sichergestellt:Verbotener Handel mit Medikamenten

Ihre Kunden wollten abnehmen oder ihre Manneskraft zurückgewinnen, sie bestellen Antibiotika, Mittel gegen Krebs und HIV und sogar gegen Covid-19. Am Dienstag vor zwei Wochen hat die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg zwei Männer verhaften lassen, die von München aus einen globalen Handel mit nicht zugelassenen oder rezeptpflichtigen Medikamenten betrieben haben sollen. Aus taktischen Gründen habe man die "Hydra" genannte Aktion erst jetzt öffentlich gemacht, hieß es in einer Mitteilung der Behörde am Montag. Demnach hatten die beiden 35 und 38 Jahre alten Beschuldigten die Medikamente über Handelsplattformen auf Servern in Island angeboten und über ein Drehkreuz in Singapur weltweit verschickt. Über Jahre hätten sie ein kriminelles Netzwerk aus Scheinfirmen aufgebaut, das den ganzen Globus umspannte. Allein am internationalen Postverteilzentrum des Frankfurter Flughafens wurden in den vergangenen fünf Jahren 6000 solcher Briefe und Päckchen sichergestellt.

© SZ vom 27.10.2020 / anh
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