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München:Die Menge soll helfen

Hofflohmarkt-Organisatoren hoffen auf Crowdfunding im Internet

Für die einen ist es die Chance zum Ausmisten, für andere ein Startsignal zur Schnäppchenjagd und für alle gemeinsam eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen oder zu vertiefen: Hofflohmärkte haben sich in vielen Münchner Stadtvierteln fest etabliert. Häufig fallen sie zusammen mit dem Frühjahrsputz. Nicht so in diesem Jahr, in dem die Corona-Krise vielen Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung macht. Für nicht wenige Organisatoren, die als selbständige Kleinunternehmer gegen Gebühr die Koordination und die Werbung für das kommunikative Handeltreiben vor Haustüren und in Gärten übernommen haben, droht die Hofflohmarkt-Saison zum finanziellen Desaster zu werden. So sollen die Anmeldungen im März um mehr als 90 Prozent eingebrochen sein. Eine Besserung sei in den Folgemonaten nicht in Sicht, beklagt Rene Götz, der seit Jahren Flohmärkte federführend begleitet. Eine zuverlässige Planung? "Auf längere Sicht unmöglich."

Um die Einnahmeausfälle der kostenpflichtigen Anmeldungen aufzufangen, setzt Initiator Götz jetzt auf Crowdfunding. Dabei könnten "viele kleine Beiträge Großes bewirken", schreibt er in einem Hilferuf. Wenn jeder Besucher, Teilnehmer oder Flohmarkt-Fan fünf Euro locker mache, sei die zukünftige Realisierung der Hofflohmärkte allen gegenwärtigen Widrigkeiten zum Trotz gerettet. Sollte die Kampagne nicht zünden, wäre eine Fortbestand hingegen unsicher. Terminverschiebungen und Umbuchungen erforderten gerade jetzt einen "starken Mehraufwand". Götz sichert zu, dass er sich an alle Vorgaben der Behörden halten werde.

Bei der Nachbarschaft Schwabing, einem der bekannteren Veranstalter von Hof- und Benefizflohmärkten mit sozialem Touch, sind sie froh, sich frühzeitig für einen Veranstaltungstermin im Herbst entschieden zu haben. Am 12. September soll das nachbarschaftliche Marktgeschehen in der Seidlvilla sowie in deren Garten stattfinden. "Die Terminwahl war eher Zufall", sagt Angelika Gneist vom Nachbarschaftsverein, "aber jetzt sind alle froh, dass wir das so festgelegt haben."

© SZ vom 01.04.2020 / wol

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