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Bad Tölz:Eine Streuobstwiese für die Münchner

Florian Schönhofer auf dem Feld, das mal eine Streuobstwiese werden soll. Bad Tölz, Buchberg, Nahe dem Liftstüberl

Florian Schönhofer bereitet den Boden für seine Streuobstwiese am Buchberg.

(Foto: Florian Peljak)

Der Wirt des Café Kosmos macht aus einer konventionell genutzten Wiese am Buchberg sein Umweltprojekt. Für 300 Euro können Städter die Patenschaft für einen Baum übernehmen.

Ein Ort, der Menschen aus Stadt und Land zusammenbringt und die heimische Landwirtschaft fördert, den will Florian Schönhofer mit seiner "Kosmos-Wiesn" schaffen. Am Buchberg, oberhalb von Bad Tölz, legt der Inhaber des Café Kosmos, das als Szene-Bar im Bahnhofsviertel gilt, auf zwei Hektar konventionell genutzter Wiese eine Streuobstwiese an. Jeder, der sich für die Umwelt und den Erhalt regionaler Obstsorten einsetzen will, kann die Patenschaft für einen der Bäume übernehmen.

Drainagen wurden bereits im Boden versenkt, ein kleiner Bach wurde ausgehoben, und auch eine Hütte mit Terrasse steht auf dem Gelände. Die Vorbereitungen laufen, die ersten fünf Bäume will Schönhofer nächsten oder übernächsten Monat einpflanzen. "Die Bäume sind alle schon fünf bis zehn Jahre alt, trotzdem kann es etwas dauern, bis die erste Ernte kommt", sagt der 45-Jährige. Pestizide und Dünger will er nicht einsetzen, stattdessen sollen die Obstbäume, wie auch die Flächen darunter, auf natürlichem Weg bewirtschaftet werden. Aktuell grasen bereits 20 Schafe auf dem großen Acker. So profitieren Menschen und Tiere gleichzeitig von der regionalen Obsternte. Für Landwirte könnte sich ein Weg aufzeigen, mit weniger Arbeit mehr Ertrag zu erzielen.

Die Patenschaften für die Bäume vergibt Schönhofer gegen eine Spende von je 300 Euro. Pate zu sein bedeutet nicht nur, dass einem fünf Jahre lang die Ernte des Baumes zusteht, sondern auch, dass man seine freie Zeit auf dem Land verbringen und den Baum unter Anleitung selbst beschneiden und pflegen kann, jedoch nicht muss. "Das Umdenken muss sowohl bei den Bauern, als auch bei den Städtern stattfinden. Am Ende ziehen alle an einem Strang, die Ziele sind identisch", sagt Schönhofer.

Die Kosmos-Wiesn ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln und über den Isar-Radweg erreichbar. Schönhofer war es wichtig, dass die Paten ihre Bäume zu jeder Zeit besuchen können. Und auch das Café Kosmos will die Wiese nutzen. "Soweit es geht, haben wir unsere Beeren und Äpfel schon immer regional und saisonal bezogen, jetzt wird das noch einfacher." Die ersten fünf Bäume sind bereits vergeben, im Herbst sollen die nächsten gepflanzt werden, für die man per Mail eine Patenschaft beantragen kann. Für weitere hundert bis zweihundert Bäume sei auf der Wiese noch Platz. Schönhofer will auch kleinere und günstigere Bäume pflanzen, damit es Menschen mit weniger Einkommen möglich wird, sich aktiv für den Umweltschutz einzusetzen.

© SZ vom 11.02.2020/vewo
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