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Berg am Laim:Sorge um das "Waßnerhaus"

Lokalpolitiker wollen Reste des alten Klosterkomplexes retten.

Von Julian Raff, Berg am Laim

Von der klösterlichen und landwirtschaftlichen Vergangenheit des Viertels künden an der Echardinger Straße nur noch einzelne Relikte. Umso mehr dringt der Bezirksausschuss (BA) Berg am Laim darauf, zwei Gebäude auf die Denkmalliste setzen zu lassen, die einst zum Klosterkomplex des Instituts der Englischen Fräulein gehörten. Die beiden Häuschen liegen südwestlich des einstigen Klosterbaus, der heutigen Maria-Ward-Realschule. Das "Waßnerhaus" entstand zwischen 1809 und 1813 als kleinbäuerliches Anwesen ("Sölde"). Später, zur Zeit der Englischen Fräulein, war es als "Josephshäusl" bekannt und wurde schließlich bis 1934 als Totenhaus des Friedhofs der Loretokirche verwendet. Heute befindet sich dort eine Hausmeisterwerkstatt der Realschule.

Nördlich benachbart liegt das sogenannte Benefiziaten- oder Herrenhaus, in dem einst die dem Frauenkloster zugeordneten Geistlichen wohnten. Das Vordergebäude stammt aus dem Jahr 1881. Die angebauten Stallungen wurden später ersetzt, der Dachstuhl nach einem Bombenschaden im Zweiten Weltkrieg erneuert. Zuletzt waren dort der Schulhausmeister und Studenten untergebracht. Die beiden Häuser möchte der BA vor allem deshalb als Einzeldenkmäler geschützt sehen, weil das Landesamt für Denkmalschutz keine Möglichkeit sieht, ein umfassendes Denkmal-Ensemble auszuweisen.

Auf diesem Weg wollten die Lokalpolitiker und Ortshistoriker zunächst auch den historischen Kreuzweg bewahren, der um die östlich angrenzende Freifläche herum führt und seit Jahren zusehends verfällt. Innerhalb dieses Bereichs, so das Landesamt, seien allerdings im Zuge von Schulausbauten zu viele neue Gebäude und Sportanlagen entstanden.

© SZ vom 13.07.2020

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