Band der Woche:Wahre Passion

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Band der Woche: Die Musiker der Band "Mynd Palace" eint der Wunsch, ihre Musik an erster Stelle zu setzen. Um vielleicht irgendwann davon leben zu können.

Die Musiker der Band "Mynd Palace" eint der Wunsch, ihre Musik an erster Stelle zu setzen. Um vielleicht irgendwann davon leben zu können.

(Foto: Jasper Block)

Die eigene Akzeptanz ist für die Band "Mynd Palace" ein Weg, um nicht aufzugeben. Ihren ersten Auftritt nach langer Pause spielen sie in ihrer eigenen Pop-up-Bar.

Von Amelie Völker

Der junge Mann mit den Locken und dem traurigen Gesicht läuft. So, als laufe er vor etwas davon. Sein Ziel: eine Garderobe. Dort greift er zu Schminke und schlüpft in ein Outfit, das über und über mit Glitzerpailletten versehen ist. Kurz vor seinem Auftritt lächelt er endlich.

Im kürzlich veröffentlichten Musikvideo "The End" der Münchner Band Mynd Palace geht es um Selbstzweifel. Und um Akzeptanz: Von außen, aber auch um die eigene. "Im Video sieht man einen Mann, der eine Frau sein möchte", sagt Sänger Patrick J. Kitchens. "Unser Song wird genau durch diese Geschichte untermalt. Es geht darum, sich selbst nicht aufzugeben." Nicht aufgeben, das möchte auch Mynd Palace. Die Band eint der Wunsch, ihre Musik an erster Stelle zu setzen. Um vielleicht irgendwann davon leben zu können. "Wir haben alle zu Schulzeiten ziemlich intensiv Musik gemacht. Dann hat uns irgendwann das Leben eingenommen", sagt Michael Zacharski. "Aber wir alle hatten immer in uns diesen Funken, dass Musik unsere wahre Passion ist. Und die wollen wir mit Mynd Palace jetzt ausleben."

Beim ersten Hören würde man der Band lebendigen Indie-Pop zuschreiben. Doch achtet man auf die Textinhalte und die fein ausgearbeiteten musikalischen Nuancen, so ist es doch so viel mehr als das. Trotz Poppigkeit sind da Ecken und Kanten in der Musik, die an Rock, Alternative oder auch Soul denken lassen. Letzteres entsteht vor allem durch Patricks prägnanten, souligen Gesang.

Der vielfältige Sound von Mynd Palace lässt sich auch durch die sehr unterschiedlichen musikalischen Herkünfte der Bandmitglieder beschreiben: Punk, Grunge, klassische Musik und Gospel zählen da zum Beispiel dazu. Wie lässt sich diese Diversität in einer Band, in einem Sound vereinen? "Musik hat für mich einen Kern, der genreübergreifend ist", sagt Andreas. "Eher wie ein Herzschlag, der zwischen den Leuten zusammenkommt." Was sofort auffällt, wenn man mit den fünf Musikern spricht: Da steckt ganz viel Herzblut für die eigene Musik, aber auch eine tiefe Freundschaft hinter dem Bandprojekt: Es fallen Aussagen wie: "Zweite Familie". Oder: "Ich spiele mit euch, bis ich 70 bin." Pläne für die etwas nähere Zukunft stehen jedoch auch schon an: Nach der pandemiebedingten Pause spielen Mynd Palace am 16. Dezember wieder ihren ersten Live-Auftritt in ihrer eigenen Pop-up-Bar Ankerhaide.

Mynd Palace

  • Besetzung: Patrick J. Kitchens (Vocals), Andreas Tisch (Lead-Gitarre), Thomas Nemeth (Drums), Michael Zacharski (Bass), Daniel Kamreh (Gitarre)
  • Stil: Pop-Rock, Indie-Pop
  • Aus: München
  • Seit: 2018
  • Internet: instagram.com/myndpalacemusic
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