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Milbertshofen/Freimann:Halbe Rolle rückwärts

Stadt soll nun doch Tramlinie 24 auf Schnellbus-Trasse planen

Nach dem Hin und Her zur Schnellbus-Trasse zwischen den U-Bahnhöfen Am Hart und Kieferngarten hat sich der Stadtrat für eine halbe Rolle rückwärts entschieden: Die SPD setzte gegen die Stimmen von CSU, ÖDP und Bayernpartei durch, dass die Stadtverwaltung im Zuge des Bebauungsplanverfahrens für die Bus-Expressroute nun doch parallel die Tramlinie 24 planen soll, "um sich für die Zukunft die verschiedenen verkehrlichen Optionen offenzuhalten", wie es zur Begründung in dem Änderungsantrag heißt.

Zuletzt galt die Tram als schlechte Wahl, da mit einem teuren Schienenprojekt das eigentliche Ziel, eine neue U-Bahn-Querspange (U 26) womöglich obsolet beziehungsweise in weite Ferne rücken würde. "Wenn die Tram kommt, ist die U-Bahn tot", formulierte es der FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Mattar in der Sitzung; Richard Quaas (CSU) prognostizierte: Sollte die Tram realisiert werden, komme die U-26-Linie nicht vor 2080 oder 2090. Grüne und Linke wollten hingegen den Schnellbusplan zugunsten der Tram ganz beerdigt haben, trugen den SPD-Antrag aber mit. Die derzeitige Mehrheitsmeinung lautet nun: Angesichts der hohen Busfrequenz sei ein Verkehrsmittel mit mehr Kapazität besser.

Eine leistungsstarke Querverbindung zwischen den U-Bahnhöfen gilt als dringend, da auf dem Bayernkasernen-Areal ein großes Wohngebiet entsteht und BMW seine Standorte ausbaut. Für die vier Kilometer lange Trasse, ob nun für Bus oder Tram, ist ein Bebauungsplanverfahren nötig, weil Straßen, Kreuzungen und Grünflächen teils umgebaut und Flächen angekauft werden müssen.

© SZ vom 22.02.2020 / smüh
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