Meine Woche:Hilfe beim Wohnungswechsel

Sabine Olschewski Teamleiterin GWG-Hausverwaltung  Ute-Strittmatter-Straße 32  Freiham.
(Foto: Privat)

Sabine Olschewski leitet die neue GWG-Hausverwaltung in Freiham

Von Ellen Draxel

Sabine Olschewski staunt jede Woche aufs Neue, wenn sie sich auf den Weg zu ihrem Arbeitsplatz macht. Die 55-Jährige ist Teamleiterin in der erst vor Kurzem offiziell eröffneten GWG-Hausverwaltung an der Ute-Strittmatter-Straße 32. Jedes Mal, wenn Olschewski nach Freiham kommt, sieht der neu entstehende Stadtteil ein klein wenig anders aus. "Es ist wirklich spannend zu erleben, wie das Quartier wächst und wächst. Aufregend und charmant." Olschewski ist in Aubing aufgewachsen, sie kennt Freiham noch als Feld. Nach 16 Jahren im öffentlichen Dienst für die Kommunen Germering, Puchheim und Seefeld ist der Schritt "back to the roots" für sie ein bewusster.

"Der Job lohnt sich", sagt die Immobilienkauffrau und studierte Betriebswirtin und lächelt. Weil er mit Menschen zu tun hat. Weil er es ermöglicht zu helfen. Olschewski erinnert sich an eine Familie, die vor zwei Monaten einen Mietvertrag bekam - für eine Vier-Zimmer-Wohnung mit 110 Quadratmetern. "Die Frau hat geweint." Eine andere Mieterin, Mutter von vier Kindern, hätte ins Frauenhaus ziehen müssen ohne die Wohnung von der GWG. "Sie hat sich dann tausendmal bedankt, dass ihr das erspart blieb." Für Olschewski sind das die Highlights: "Man tut jemandem etwas Gutes und bekommt dafür ganz viel zurück".

Mehr als 1100 Wohnungen samt Mietern haben Olschewski und ihr Team derzeit in Aubing, Pasing, Lochhausen und Freiham zu betreuen, und ständig kommen neue dazu. Allein in Freiham werden bei Fertigstellung des Baugebiets etwa tausend GWG-Wohnungen vergeben sein. "In den kommenden Tagen wollen wir in die Vermietung von Neubauprojekten einsteigen, die von Oktober und Dezember an bezogen werden können." In solch einer "heißen Phase" vermietet die Hausverwaltung wöchentlich zehn Wohnungen. "Das klingt wenig", sagt die Chefin. "Aber man darf nicht vergessen, dass uns vom Wohnungsamt immer fünf Bewerber pro einkommensorientiert geförderter Wohnung vorgeschlagen werden." Deren Begründungen und Lebensläufe muss sich das Team erst einmal anschauen, bevor letztlich zwei Kandidaten die Wohnungen besichtigen.

Aufzunehmen und idealerweise gleich zu beseitigen sind in dieser Woche aber auch Mängel, die an Olschewski und ihre Kollegen von Mietern herangetragen werden, die im Juli und August eingezogen sind. "Einmal", erzählt die Teamleiterin, "hatten wir einen Wasserschaden in einem Neubau in Freiham. Dann mussten wie die Familien für die Zeit der Reparatur anderweitig unterbringen". Das sei weniger schön, passiere aber einfach.

Derzeit hat die GWG wie alle Bauherren mit Bauzeitverzögerungen zu kämpfen, weil Baustoffe knapp sind. Fliesen aus Italien etwa, die lange nicht gefertigt wurden, da der Betrieb wegen Corona schließen musste. "Wir zittern dann mit den Mietern in der Hoffnung, dass sie rechtzeitig einziehen können. Und wenn es klappt, fallen auch bei uns Steine vom Herzen."

© SZ vom 09.08.2021
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