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Martinsried:Wie Phönix aus der Asche

Nutzung ausgeschlossen: Nach dem Brand mussten die Kinder zur Betreuung anderweitig unterkommen. Nun aber soll auf diesem Grundstück ein größerer Neubau entstehen.

(Foto: Catherina Hess)

Das Kinderhaus St. Martin soll knapp drei Jahre nach der Zerstörung durch einen Brand neu gebaut werden. Das Projekt der katholischen Kirchenstiftung Planegg soll etwa 5,2 Millionen Euro kosten und 2023 fertig sein

Von Rainer Rutz, Martinsried

Vor knapp drei Jahren hat ein Feuer weite Teile des Kinderhauses St. Martin an der Martinsrieder Einsteinstraße zerstört. Bei dem Brand wurde glücklicherweise niemand verletzt, das Haus war jedoch nicht mehr instand zu setzen. Die Kinder werden seither in Provisorien untergebracht. Jetzt legte die katholische Kirchenstiftung Planegg als Träger Pläne für einen kompletten Neubau auf demselben Grundstück vor. Er soll ab dem Frühjahr 2022 hochgezogen werden und rund 5,2 Millionen Euro kosten.

Im Gemeinderat erläuterte Architekt Hans Wechner das Projekt. Ursprünglich sollte auch das neue Kinderhaus lediglich dreigruppig werden. Die Gemeinde Planegg, die immerhin zwei Drittel der Investitionen übernehmen muss, pocht jedoch auf eine weitere Gruppe, um den sich abzeichnenden Bedarf auch langfristig decken zu können. Diese weitere Hortgruppe würde das ohnehin nicht ganz billige Projekt um eine weitere halbe Million Euro verteuern. Und ob damit das Ende der Fahnenstange erreicht ist, blieb im Gemeinderat noch offen.

Die Gemeinderäte sind jedenfalls immer noch geschockt von den erheblichen Mehrkosten für die Totalrenovierung der Planegger Volksschule. Florian Zeller (FW) beklagte denn auch eine schon erkennbare "Kostensteigerung binnen weniger Tage", wie er sie aus den Plänen des Architekten herausgelesen hatte. Wenig Freude fand er auch an dem "Bunkeraussehen des Gebäudes". Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU) wies darauf hin, dass letztendlich über die Kostenbeteiligung der Gemeinde noch keine endgültige Aussage getroffen werden könne, da es noch Unklarheiten bei den staatlichen Fördermitteln gebe.

Von den bisher errechneten Kosten von 5,2 Millionen Euro werden auf die Gemeinde rund 2,66 Millionen fallen, das Erzbischöfliche Ordinariat übernimmt etwas mehr als eine Million Euro und aus der Brand-Versicherungssumme werden rund 1,5 Millionen Euro fällig.

Die Mehrkosten für die zusätzliche Hortgruppe übernimmt die Gemeinde. Für diese Gruppe muss ein kleiner Teil - die genaue Größe steht noch nicht fest - des Parc de Meylan abgetreten werden. Das Haus wird komplett barrierefrei gestaltet, etwas mehr als die Hälfte der 1040 Quadratmeter großen Nutzfläche entfallen auf den Kinderbereich. Es gibt einen großen überdachten Terrassenbereich. Im ersten Stock sind die Hortgruppen untergebracht. Mit der Fertigstellung des neuen Martinsrieder Kinderhauses wird zu Beginn des Kindergartenjahres 2023/24 gerechnet.

© SZ vom 08.01.2021
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