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Marodes Gebäude:Gewerkschaften ziehen um

Das Haus im Bahnhofsviertel wird abgerissen und neu gebaut

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zieht aus dem Gewerkschaftshaus an der Schwanthalerstraße nach Berg am Laim - allerdings nur vorübergehend. Der DGB hat an der Neumarkter Straße einen renovierten Gebäudekomplex angemietet, wie das Immobilienunternehmen Savills am Mittwoch mitteilte. Der Umzug steht im Zusammenhang mit den gemeinsamen Modernisierungsplänen des DGB und der IG Metall in München: Beide wollen zusammen das zentral gelegene Gewerkschaftshaus an der Schwanthalerstraße 64 abreißen lassen und an gleicher Stelle ein modernes Büro- und Verwaltungsgebäude errichten. Einen ersten Vorentwurf habe man den entsprechenden Behörden für eine Baugenehmigung bereits vorgelegt, erklärt Horst Lischka, erster Bevollmächtigter der IG Metall in München. Den Wiedereinzug in das neue Haus erwarten die Gewerkschaften nach Lischkas Aussage bereits im vierten Quartal 2023.

Der Zustand des alten Gebäudes aus den Fünfzigerjahren ist seit Längerem mangelhaft. Eine große Sanierung gab es in den Neunzigerjahren, zwischen 2004 und 2009 wurden erneut einige Räume renoviert. Trotzdem waren die Mängel offenbar nie ganz beseitigt worden. "Einige unserer Büros sind aufgrund von Wasserschäden durch ein undichtes Dach nicht mehr nutzbar, in der Einfahrt läuft Regenwasser nicht mehr ab und steht tagelang", heißt es in einer Erklärung der IG Metall München von Juli 2019. "So kann es nicht weitergehen." Die IG Metall zog bereits im Oktober 2019 in die Werinherstraße 79 in Giesing. Der DGB und weitere Einzelgewerkschaften wie Verdi oder die Gewerkschaft Erziehung und Wissen haben nun ihr Ausweichquartier auf 8500 Quadratmetern in Berg am Laim gefunden.

Damit verlieren die mitgliederstärksten Gewerkschaften in München für einige Jahre ihre zentrale Anlaufstelle in der Innenstadt. Doch Lischka sieht darin kein Problem: Die Zwischenlösungen lägen ebenso zentral und seien zudem mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Die gute Nachricht sei, dass man langfristig das Zentrum in der Schwanthalerstraße erhalten werde.

© SZ vom 13.02.2020
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