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Ludwigsvorstadt:Montessori meets Migration

Angelika Bachmann und Antonia Veramendi von "Campus di Monacco" in München, 2019

Antonia Veramendi (li.) und Angelika Bachmann haben das Konzept der neuen Montessorischule vorgestellt.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Nach einer Übergangszeit an der Schwanthalerstraße ist bereits der Umzug der Schule nach Ramersdorf-Perlach geplant

Mehr Chancengleichheit für Kinder, Bereicherung durch das Kennenlernen verschiedener Kulturen, spezifische Sprachförderung, individuelle Betreuung: Das und noch viel mehr steckt hinter dem Konzept der neuen internationalen Montessorischule, die für eine Übergangszeit in den Räumen der Schlau-Schule an der Schwanthalerstraße 2 Platz findet. Von 2021 an plant die Schulleitung den Umzug in einen Neubau nach Ramersdorf-Perlach.

Eine Symbiose aus Montessori- und Migrationspädagogik, das soll der "Campus di Monaco" darstellen. Am 10. September hat die Mittelschule ihre Pforten geöffnet. Die Schulleiterin und Gründerin, Antonia Veramendi, fällte angesichts zweier Entwicklungen die Entscheidung, eine solche Einrichtung zu etablieren: Zum einen verließen, so Veramendi, 25 Prozent der Kinder in Bayern, die keinen deutschen Pass besitzen, Mittelschulen ohne Abschluss. "Das hat mich wahnsinnig bewegt, und mit der richtigen Unterstützung weiß ich, dass man unglaublich viel erreichen kann", sagt die ehemalige Leiterin der Schlau-Schule. Sie ist der festen Überzeugung, auch Kinder aus ganz prekären Lebenslagen oder mit schwersten Fluchterfahrungen könnten dadurch große Schulleistungen erbringen. Zum anderen sei es auch eine Reaktion auf den "Wandel in der Gesellschaft", wie die "Zunahme von Rechtspopulismus, Spaltung, Verrohung von Sprache. Was kann ich als Pädagogin tun? Bildung, Bildung, Bildung". Kinder und Jugendliche mit und ohne Flucht- und Migrationserfahrung sollen daher gemeinsam lernen. Ein ganz besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Vielfalt. Es sei eine "Bildungsaufgabe, Verständnis für Vielfalt zu stärken und sich für Demokratie einzusetzen".

Aktuell gibt es sechs Klassen der Jahrgangsstufen fünf bis neun. "Wir gehen mit dem Modell einen neuen Weg, der Zukunft haben wird und muss", bekräftigt Veramendi angesichts einer immer pluralistischer werdenden Gesellschaft. Weil erst dieses Jahr der Startschuss für die neue Mittelschule fiel und neugegründete Schulen in den ersten zwei Jahren, so Veramendi, lediglich einen reduzierten Anteil der staatlichen Zuschüsse erhielten, hat die Schule eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen. Mit den Spenden ermöglichen sie benachteiligten Schülern beispielsweise das Fahrticket oder das Mittagessen in der Schule.

Wer Interesse am Konzept hat, kann am Donnerstag, 14. November, zur Schwanthalerstraße 2 kommen. Dort beginnt um 19 Uhr ein Infoabend, bei dem die Schulleiterin zusammen mit einem Team den Besuchern den "Campus di Monaco" näherbringen will und unter anderem Einblick in Schulräume wie die Näh- und Holzwerkstatt gewährt.

© SZ vom 13.11.2019

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