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Lesung:Warum Kinder Gregs Tagebücher lieben

Frage-Antwort, Wissensduell, tanzende Eltern und Fan-Kontakt: Jeff Kinney zeigt in München, dass er den gleichen Humor hat wie seine Zielgruppe.

(Foto: Catherina Hess)

Bei einer Lesung erfährt man einiges über Greg, aber auch über Jeff Kinney, den 47-jährigen Autor der Geschichten, der bislang weltweit knapp 200 Millionen Exemplare verkauft hat.

Peinlich wird es natürlich auch. Wäre auch seltsam, wenn bei einer Lesung des Autors von "Gregs Tagebuch" alles glatt ginge. Der amerikanische Autor Jeff Kinney stellt das 13. Buch der Reihe am Sonntagnachmittag im Filmtheater Sendlinger Tor vor, und das Kino ist bis auf den letzten Platz besetzt mit Kindern und Begleiteltern. Man erfährt einiges über Greg, aber auch über Kinney, den 47-Jährigen, der bislang weltweit knapp 200 Millionen Exemplare verkauft hat. Es ist eine Lesung, die zeigt, warum Kinder Gregs Tagebücher so lieben.

Kinney betritt die Bühne, Fragerunde. Warum ist Greg so toll, dieser simpel gezeichnete Junge, bei dem immer so viel schief geht? "Weil er so viel Quatsch macht", sagt Jonathan, 9. "Weil er so tollpatschig ist", sagt Amelie, 11. Florian, 9, erzählt von der Geschichte mit dem Käsefinger, als ein Stück Käse, das auf dem Hartplatz festgetreten war, dann immer an den Fingern verschiedener Kinder festhing.

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Kinneys Lesung ist perfekt kindgerecht, mit Abwechslung und kleinen Herausforderungen. Kinder dürfen Fragen stellen, und Kinney fragt vorab: "Schaffen wir zehn Fragen in drei Minuten?" Jubel. Klar schaffen sie das. Eine lautet, was im nächsten Buch passiere. "Greg zieht um oder sein Haus geht irgendwie kaputt", sagt Kinney, der immer wieder lachen muss. Eigentlich ist es eher ein Kichern, der Mann ist Kind geblieben.

Wie viele Bücher will er insgesamt schreiben? "20." Hat Greg mal eine Freundin? "Das hat er nicht verdient", sagt der 47-Jährige aus Maryland. Kichern, bei Kinney, aber auch bei den Kids und ihren Eltern. Dann malt der Autor auf einem iPad, die Kinder sehen das Ergebnis auf der Kinoleinwand. Erst entsteht da normal das Strichmännchen, dann malt er blind, und natürlich geht das wunderbar schief, dass sich die Kinder über die quer verteilten Ohren, Zähne und Augen kaputtlachen. Wie man Greg malt? "Mit Banane und Gegenbanane." Der Oberkörper krümme sich wie eine Banane, sagt Kinney, der Unterkörper in die andere Richtung.

Dann folgt ein Wissensduell zweier Kinderteams auf der Bühne. Kinney schummelt, als klar wird, dass ein Team sein Englisch versteht, das andere aber immer auf die Übersetzung der Moderatorin warten muss. Er fragt das zurückliegende Jungs-Team: "Sprecht ihr Englisch?" Die Antwort: "Manchmal." Kicherkicher.

Kurz vor dem Höhepunkt, dem Tanz, erzählt Kinney noch in zwei Minuten, wie er zu Gregs Tagebuch kam. Von seinen Comic-Vorbildern, wie er acht Jahre an dem Konzept einer kombinierten Comic-und Textform feilte, mit Erlebnissen aus seiner Kindheit, und es dann vorstellte. Dann aber kommt der Elterntanz. Freiwillige sollen tanzen auf der Bühne, der Beste gewinnt. Also Dance-Musik ab - und drei Mütter und ein Vater machen sich für eine halbe Minute so richtig zum Affen. Mama Mona gewinnt, Kinney kann nicht mehr vor Lachen, die Kids auch nicht. Der Autor, 47, weiß eben, wie man Kinder unterhält, und er hat den gleichen Humor wie seine Zielgruppe.