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Lehel:Nadelöhr

Spursperrung vor der Lukaskirche wird verschoben

So imposant die Lukaskirche über der Isar thront, so unwirtlich erleben Kirchgänger, Trauergäste oder Hochzeiter die Situation vor dem Hauptportal. Ein drei Meter breiter Gehwegstreifen trennt den Eingang von der vierspurigen Steinsdorfstraße. Der Wunsch nach mehr Platz durch Sperrung einer Fahrspur schien bisher wenigstens für eine dreimonatige Probezeit in Erfüllung zu gehen, ist nun aber auf der langen Bank gelandet.

Wie Stadtbaurätin Elisabeth Merk dem Stadtrat mitteilt, muss der im Juni 2019 als Teil des Isar-Rahmenplans beschlossene Verkehrsversuch verschoben werden, da eine Baustelle den Verkehrsfluss bereits stark einschränkt. Für die Sanierung eines Hauses an der Steinsdorfstraße 10 wurde Ende Juli 2019 ein Kran aufgestellt. Die hierfür nötige zweijährige Komplettsperrung der Obermaierstraße war Stadtrat und Verwaltung zum Zeitpunkt des Beschlusses nicht bekannt und hat weitreichende Folgen: Da der 132er-Bus aus der Obermaier- in die schmalere Ländstraße umgeleitet wurde, gilt in dieser nun Einbahnverkehr in Richtung Thierschstraße. Damit die Steinsdorfstraße von dort aus erreichbar bleibt, wurde zugleich die Einbahnregelung am Mariannenplatz umgedreht. Dieser ist also in West-Ost-Richtung befahrbar und bleibt die einzige Einfahrt in die Steinsdorfstraße. In der schmaleren Variante könnte diese nicht genug Einbiegerverkehr aufnehmen, was wiederum Rückstau bis zu den Tramgleisen in der Thierschstraße bedeuten würde. Der Verkehrsversuch bei gleichzeitiger Baustellensperrung würde zudem den Parkdruck im Viertel übermäßig steigern, da neben Parkplätzen in der Länd- und Obermaierstraße auch noch die für Anwohner wichtigen Übernacht-Parker an der Steinsdorfstraße selbst wegfielen. Nach Ende der Sperrung will das Planungsreferat neu entscheiden und zwar nach dann geltender Beschlusslage zu Isarparallele, Altstadtring und Ludwigsbrücke.

© SZ vom 27.02.2020
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