Lehel:Anders als sonst

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Lehel: Erst müssen die Ess-Stände laufendes Warmwasser haben, dann wird der Weihnachtsmarkt am Chinesischen Turm wieder zum Lieblingsort.

Erst müssen die Ess-Stände laufendes Warmwasser haben, dann wird der Weihnachtsmarkt am Chinesischen Turm wieder zum Lieblingsort.

(Foto: Claus Schunk)

Der Christkindlmarkt am Chinaturm wird nicht in gewohnter Weise stattfinden. Marktbetrieb-Auflagen sind nicht erfüllt

Von Nico Kellner, Lehel

Er gehört wohl zu den beliebtesten Münchner Christkindlmärkten, da das Ambiente rund um den Chinesischen Turm in der Vorweihnachtszeit ein ganz besonderes ist. "Das ist mein liebster Christkindlmarkt", sagt auch Renate Binder. Als sie im Sommer von ihrer Freundin, die selbst einen Stand auf dem Markt betreibt, erfuhr, dass dieser nach der Corona-Pause auch in diesem Jahr im Englischen Garten wieder nicht stattfinden wird, schaltete sie kurzerhand den Landtagsabgeordneten Christian Hierneis (Grüne) ein. Der zeigte sich ebenfalls nicht erfreut: "Die Kunsthandwerker sind ja darauf angewiesen." Gerade nach diesen schwierigen Jahren sei es für ihn nicht nachvollziehbar, warum der Weihnachtsmarkt nicht stattfinden könne. Der Grund für die Absage ist laut dem Eigentümer der Fläche - der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung - allerdings keineswegs die Pandemie. Vielmehr müsse der Marktbetrieb-Auflagen der Gewerbeaufsicht der Landeshauptstadt München erfüllen. Die sehen zum Beispiel "für die Ess-Stände des Marktes feste Leitungen für fließendes Warmwasser und für Abwasser" vor. Bislang sei die Genehmigung diesbezüglich nur "provisorisch" gewesen, erklärt Hierneis. "Aber warum müssen die Bauarbeiten ausgerechnet in der Christkindlmarkt-Zeit sein?", fragt er sich.

Die von der Stadt angeordnete Modernisierung des Biergartens am Chinesischen Turm führt laut Schlösserverwaltung der Freistaat Bayern als Bauherr aus. Gegenwärtig befinde man sich noch "in der Planungsphase" und könne daher keinen Zeitpunkt für die Fertigstellung der Arbeiten nennen.

Der Betreiber des Marktes - die Haberl-Gastronomie, welche die Gaststätte am Chinesischen Turm betreibt - reagierte zunächst gelassen. Man habe "schon vor eineinhalb Jahren aufgehört, lang in die Zukunft zu planen". Überhaupt wende man sich dem Christkindlmarkt ohnehin immer erst nach der Oktoberfest-Zeit zu. Pressesprecherin Maria Pitzger gab bekannt, dass der Markt wohl nicht in der gewohnten Form stattfinden werde. Sie stellt aber in Aussicht, man werde in jedem Fall "irgendetwas machen". In welcher Form diese Christkindlmarkt-Alternative abgehalten werden solle, sei allerdings noch unklar.

Weihnachtsmarkt-Besuchern stehen allerdings bekannte Alternativen offen. So hat der Stadtrat bereits am 20. Juli beschlossen, den Christkindlmarkt in der Innenstadt rund um den Marienplatz im Zeitraum zwischen dem 22. November und Heiligabend abzuhalten. Ferner soll den von der Pandemie getroffenen Händlern eine freiwillige Verlängerung bis zum 9. Januar angeboten werden.

Wolfgang Nickl vom zuständigen Referat für Arbeit und Wirtschaft weist jedoch darauf hin, dass eine Umsetzung der Vorhaben freilich von der jeweiligen Infektionslage abhänge. Geplant sei die Schaffung "von zusätzlichen Flächen und breiteren Wegen zur Einhaltung der Abstandsregelung". So werde das Marktgebiet in diesem Jahr in die Neuhauser Straße bis zum Karlstor und die Sendlinger Straße ausgeweitet. Auf diese Weise sollen Christkindlmarkt-Besucher in diesem Advent wieder durch die weihnachtliche Fußgängerzone flanieren können - wenn auch mit Abstand und Maske.

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