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Lehel:Allerlei Parkplatz-Modelle

Zu Problemen im Viertel soll es im Herbst eine Sondersitzung geben

Von Julian Raff, Lehel

Obwohl das Lehel durchgehend Parklizenzgebiet ist, beschäftigt die Parksituation dort den Bezirksausschuss (BA) permanent in Form zahlreicher Bürger- und Fraktionsanträge, die der BA in einer Sondersitzung Ende September bündeln will. Mit dem Versuch, die Regelungen im nördlichen und mittleren Stadtteil bereits vorab der coronabedingten Ausnahmesituation anzupassen, sind die CSU, FDP und Freien Wähler nun aufgrund einer Abstimmungspanne knapp gescheitert. Laut Antrag sollten Mischparkzonen für Anwohner und Auswärtige mit Ticket jeweils nach Feierabend in reine Bewohner-Zonen umgewidmet werden. Kompensiert werden sollte so die Verknappung von Parkplätzen durch die aktuelle Ausweitung von Freischankflächen. Eine entsprechende Regelung sah der Antrag im Norden, auf der Oettingenstraße, zwischen Himmelreich- und Theodorparkstraße vor, sowie im mittleren Lehel am Ostabschnitt der Liebigstraße. Im Süden, an der Thierschstraße zwischen Mariannenplatz und Obermaierstraße, verfährt das Kreisverwaltungsreferat (KVR) bereits so.

Die Dringlichkeit des Problems wird je nach Fraktion unterschiedlich wahrgenommen. Er habe zum Beispiel jüngst an einem Sonntagabend "unfassbar viele" freie Parkplätze im Lehel vorgefunden, berichtete Philippe Louis (Grüne). Wer dagegen, wie sie als Ärztin, werktags in der Früh von einer Nachtschicht heimkehre, habe oft keine Chance auf einen Parkplatz, hielt Maria Kyriazopoulou entgegen. Die SPD-Vertreterin stimmte allerdings am Ende eines langen, turbulenten Sitzungsabends aus Versehen gegen den Antrag, was ihr zwar sofort auffiel, aber aufgrund der Statuten nicht mehr zu ändern war. Der Antrag verfehlte also mit sieben zu sieben Stimmen die Mehrheit denkbar knapp, er bleibt aber ein Thema für die Sondersitzung.

Ebenfalls in der Zeit nach dem voraussichtlichen Ende der Corona-Sonderregeln könnte eine Bürgeridee ähnlicher Art immer noch umgesetzt werden: Ein Anwohner hatte angeregt, die Parkplätze vor öffentlichen Gebäuden, wie dem Nationalmuseum (Prinzregentenstraße) oder der Regierung von Oberbayern (Maximilianstraße), abends nach 18 Uhr für Anwohner zu reservieren. Der BA hat das vorerst verworfen, will es aber im Herbst noch einmal diskutieren.

© SZ vom 10.08.2020

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