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Wohnungen:Feldkirchen baut in die Höhe

Neue Pläne für das Raiffeisengelände überzeugen den Gemeinderat. Gebaut wird ein sechsstöckiges Haus mit Turmcharakter

Im zweiten Anlauf hat der Feldkirchner Gemeinderat nun doch entschieden, auf dem Gelände des ehemaligen Raiffeisen-Lagerhauses höher zu bauen als ursprünglich vorgesehen. Hatte es in der Sitzung vom August noch keine Mehrheit für eine solche Neuplanung gegeben, so votierte das Gremium nun mit zehn zu vier Stimmen dafür, dass an der Kreuzung von Raiffeisen- und Richthofenstraße ein sechsstöckiges Gebäude mit Turmcharakter entsteht. Überdies soll der Neubau gegenüber vier statt drei Etagen erhalten.

Dadurch werden auf dem kommunalen Grundstück 63 statt der anvisierten 50 Wohnungen entstehen - ein Plus von rund 1000 Quadratmetern Fläche. Die Wohnungen des neuen Quartiers sollen zum Teil speziell für ältere Menschen konzipiert werden; überdies sind aber auch Wohnungen für Singles und Familien geplant. Dazu kommen ein Nachbarschaftstreff samt Bürgersaal und eine Mittagsbetreuung mit Klassen- und Esszimmern.

Vor allem die geplante Aufstockung des Gebäudes gegenüber den Bahngleisen auf sechs Etagen hatten etliche Gemeinderäte im August noch als überdimensioniert abgelehnt. In der Folge entwickelten die Architekten des Münchner Büros Felix und Jonas drei weitere Varianten mit einer geringeren Nachverdichtung, die sie nun in der jüngsten Sitzung vorstellten.

Am Ende entschied sich der Gemeinderat jedoch für die maximale Vergrößerung, wobei besonders die in der Sitzung gezeigten Entwürfe Überzeugungsarbeit leisteten. "In der Ansicht sieht das nicht mehr so schlecht aus mit den sechs Stockwerken", sagte etwa Christian Wilhelm (SPD). Anders sah das sein Fraktionskollege Franz Reinheimer, der sich gegen "eine Betonschlucht und Hochhäuser in Feldkirchen" aussprach. Michael Schön (UWV) lobte den "Turmcharakter, den man da reinbringt". Derweil verwies Silvia Pahl-Leclerque (Grüne) auf die zunehmende Wohnungsknappheit in der Region. Sie erinnerte daran, dass ein Mehr an Wohnungen der Gemeinde letztlich finanziell zugutekommen würde. Denn die Kommune will bei dem Projekt als Bauherr auftreten. Wie dies finanziell gestemmt werden könnte, skizzierte Zweiter Bürgermeister Andreas Janson (UWV), der die Sitzung anstelle des verhinderten Werner van der Weck (SPD) leitete. Kämmerer Manuel Wagner habe die Idee geäußert, wonach die Gemeinde zehn Prozent der Gesamtkosten aus Eigenmitteln aufbringe, 30 Prozent bekäme man aus dem kommunalen Wohnraumförderprogramm und die restlichen 60 Prozent ließen sich über ein sehr günstiges Darlehen finanzieren. Nun gelte es, die Gesamtkosten zu prognostizieren, sagte Janson. Bei der Ausschreibung für den Architektenwettbewerb 2017 war in einer groben Schätzung noch von 22 Millionen Euro die Rede. Da dürfte nicht mehr reichen, weil die Gebäude jetzt aufgestockt werden und auch die Preise angezogen haben.

Wann der Startschuss für das Bauprojekt fällt, ist laut Gemeinde-Geschäftsleiter Heinz-Josef Reiser noch offen. Aktuell nutzt die Deutsche Bahn das Gelände, um dort Maschinen und Materialien für den barrierefreien Umbau des Bahnhofs zu lagern. Diesen Pachtvertrag müsse die Gemeinde kündigen; unterdessen werden sich die Architekten an die Feinplanung machen, so Reiser. "Jetzt ist der Weg dafür frei."