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Theresienwiese:Arbeitstitel "Inschallah": Wirbel um BR-Krimi

Polizeiautos, Hubschrauber, Blaulicht - und all das auf der Theresienwiese. Ein Anschlag aufs Tollwood-Festival? Die Polizei wusste nicht recht Bescheid. Dafür der BR.

Zwei Hubschrauber, die auf der Theresienwiese landen, dazu ein Feuerwehrauto, Rettungswagen mit Blaulicht - die Anrufe besorgter Bürger bei der Polizei ließen Mittwochabend nicht lange auf sich warten. Zumal die Theresienwiese nicht gerade leer war, hatte doch am anderen Ende des Geländes just am Mittwoch das Tollwood-Festival begonnen. Ein Terrorangriff?

Ausgerechnet am ersten Abend des Winter-Tollwood-Festivals ließ der BR auf der Theresienwiese drehen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Das wollten die Anrufer von der Polizei erfahren und die konnte zumindest hier Entwarnung geben. Auch wenn man bei der Einsatzleitung der Polizei selbst zunächst nicht recht wusste, was auf der Theresienwiese vor sich geht. Also wurde eine Streifenbesatzung losgeschickt, die dann den Beamten in der Stube berichten konnte: Es ist nur ein Film.

Nur ein Film? Passend zur bundesweiten Terrorwarnung drehte das Bayerische Fernsehen am Mittwoch in München eine Folge der Serie "Polizeiruf 110". Der Arbeitstitel: "Inschallah", wenn Allah will, wird der Film unter Regie von Hans Steinbichler wohl heißen und die Vorschau auf das Drehbuch liest sich so: "Blaulicht in den Straßen. Hektik in den Stimmen. In den Bewegungen. Die Behörden der Stadt sind in Aufruhr. Es gab eine Terrorwarnung. Ernst zu nehmen wie nie. Kommissar Hanns von Meuffels und seine Assistentin Anna Burnhauser bewahren die Nerven. Sie stellen einen Verdächtigen, bekommen ihn jedoch nicht zu fassen. Die Explosion kann niemand verhindern."

Ein Dreh zur Unzeit, etwas zu viel der Aktualität - weswegen der Bayerische Rundfunk bemüht war, die Aufregung zu dämpfen. "Es sind ganz normale Dreharbeiten, nichts besonderes, keine Grund zur Aufregung", sagte Sandra Vogell von der BR-Pressestelle. Gedreht worden war in den vergangenen Tagen an mehreren Orten in der Innenstadt. Aufsehen und Ärger mit Anwohnern sei da ganz normal.

Geärgert hat sich auch der zuständige Bezirksausschuss-Vorsitzende Alexander Miklosy. "Es wäre schön gewesen, wenn wir informiert worden wären." Eigentlich sollen die Bezirksausschüsse eingebunden werden, wenn Dreharbeiten anstehen. Aber leider, so Miklosy, passiere das nur selten.