Haar bei München:Wohnen überm Technischen Rathaus

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Haar bei München: Helle Räume und viel, viel mehr Platz. Die Mitarbeiter vom Bauamt, wie Andrea Hecht und Veronika Oberndörfer, ziehen um ins Parterre des ehemaligen Maria-Stadler-Heims.

Helle Räume und viel, viel mehr Platz. Die Mitarbeiter vom Bauamt, wie Andrea Hecht und Veronika Oberndörfer, ziehen um ins Parterre des ehemaligen Maria-Stadler-Heims.

(Foto: Janina Kufner/Gemeinde Haar)

Das Haarer Bauamt und das Umweltamt beziehen Büros im früheren Maria-Stadler-Heim. Senioren und Gemeindemitarbeiter erhalten dort Wohnungen.

Von Bernhard Lohr, Haar

Sie werden ihren früheren Arbeitsplatz weiter im Blick haben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauamts der Gemeinde Haar ziehen ja nicht weit weg. Die Kisten können sie im Grunde gerade mal so in ein paar Schritten durch den grünen Hof rübertragen. Doch was das künftige Arbeiten angeht, bedeutet der Umzug von den Büros im alten Rathaus in das sanierte und umgebaute Maria-Stadler-Haus einen großen Schritt nach vorne. Denn die Räume im Parterre des früheren Seniorenheims bieten mehr Platz und sind hell und freundlich. Wenn die Kollegen von Bauamtschef Josef Schartel sich eingerichtet haben, kommen noch das Umweltamt und die Liegenschaftsabteilung dazu. Gemeinsam will man den Bürgern bei mehr Platz auch mehr Service bieten. Sogar einen Ausstellungsraum gibt es unter der neuen Adresse, die von der Salmdorfer Straße betreten wird. Für Senioren und Gemeinde-Mitarbeiter ist es auch eine Wohnadresse.

Haar bei München: Es sind noch ein paar Malerarbeiten zu erledigen. Aber der Umzug läuft auf vollen Touren. Das ehemaliges Maria-Stadler-Haus wird jetzt neu genutzt.

Es sind noch ein paar Malerarbeiten zu erledigen. Aber der Umzug läuft auf vollen Touren. Das ehemaliges Maria-Stadler-Haus wird jetzt neu genutzt.

(Foto: Janina Kufner/Gemeinde Haar)

Das Maria-Stadler-Haus war von 1987 bis 2019 mit knapp 100 Bewohnern das Seniorenzentrum im Herzen von Haar. Erst hatte es ein Verein geführt, dann übernahm mehr und mehr die Gemeinde das Ruder, weil sich die Pflege professionalisierte. Schließlich entsprach das alte Haus den Anforderungen nicht mehr und ein Neubau wurde im Jugendstilpark errichtet, wo heute vor allem Pflegestationen sind. Eine Einrichtung "Wohnen mit Service" ergänzt dort das Angebot für Ältere in Haar. Doch auch das frühere Heim ist heute nicht nur eine Erweiterung des Rathauses.

Viele sprechen vom Technischen Rathaus. Es ist aber weiter ebenso ein Ort für Senioren und neu für dringend benötigte Mitarbeiter der Gemeinde, die Personal-Appartements erhalten. Im ersten Stock seien elf Seniorenwohnungen schon bezogen, sagt Rathaussprecherin Ute Dechent, eine Wohnung sei noch frei. Vor allem rüstige Rentner erhalten so mitten im Ort ein Zuhause, von dem aus sie schnell zum Einkaufen kommen und auch das gesellschaftliche Leben genießen können. Vorausgesetzt natürlich, dass der nahe Gasthof "Zur Post" und das Bürgerhaus mit seinen vielen Veranstaltungen wieder offen haben. Beide Gebäude werden derzeit saniert und sollen möglichst 2024 wieder Gäste empfangen.

Gemeinschaftlich Leben im Alter

Den Seniorenbereich im ersten Stock kann man als Ergänzung zum Angebot im neuen Maria-Stadler-Haus sehen. Im früheren Heim im Ortszentrum könnten die Senioren sich Dienstleistungen hinzubuchen, sagt Dechent und betont, dass dies keineswegs zwingend sei. Dazu gibt es Dechent zufolge in Alexandra Barantschuk-Semm eine Art Kümmerin, also eine dem Haus zugeordnete Mitarbeiterin als Ansprechpartnerin. Wo früher im Seniorenheim der Essensraum war, ist heute ein Raum, an dem man zusammenkommen kann, ergänzt durch eine kleine Küche. Die Stelle von Barantschuk-Semm wird über das Projekt "Gemeinschaftliches Leben im Alter" zunächst für zwei Jahre vom Freistaat mit finanziert. Allerdings werde die Freiheit der Bewohner im Haus groß geschrieben, sagt Dechent, jeder könne für sich sein. Es handle sich bei dem Gemeinschaftsprojekt um ein "Angebot". Dieses anzunehmen oder nicht, "ist jedem selber überlassen".

Im zweiten Stock sind auch die ersten Gemeinde-Mitarbeiter mittlerweile eingezogen. Abgesehen von einer größeren Wohnung, zu der der frühere Gemeinschaftsraum umgebaut worden ist, gibt es überwiegend kleine Appartements. Diese eigneten sich in erster Linie für Alleinstehende, die zum Beispiel neu in den Raum München zögen, sagt Dechent. Die Gemeinde denkt an Pflegekräfte und Erzieher sowie Erzieherinnen. Die Personalsuche kann solch ein Wohnungsangebot erleichtern. "Es ist immer gut, wenn man ein Angebot machen kann", sagt Dechent. Ein Angebot an alle Haarer soll es im Erdgeschoss im neuen großen öffentlichen Raum immer wieder geben. Der ist auch für Ausstellungen geplant. Eine Fotoschau wird laut Dechent gerade vorbereitet.

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