Taufkirchen:Moschee wird notdürftig saniert

Taufkirchen: Weil die Küche nicht benutzbar ist, können die Taufkirchner Muslime derzeit keine größeren Feste in dem Gebäude mit der Moschee feiern. Das Foto zeigt das Büfett beim Fastenbrechen im Haus der Nachbarschaftshilfe im vergangenen Jahr.

Weil die Küche nicht benutzbar ist, können die Taufkirchner Muslime derzeit keine größeren Feste in dem Gebäude mit der Moschee feiern. Das Foto zeigt das Büfett beim Fastenbrechen im Haus der Nachbarschaftshilfe im vergangenen Jahr.

(Foto: Claus Schunk)

Nach einem Wasserschaden ist das Haus am S-Bahnhof nur eingeschränkt nutzbar. Obwohl es mittelfristig abgerissen werden soll, investiert die Gemeinde nun noch einmal Geld in den Bau.

Von Patrik Stäbler, Taufkirchen

Immerhin: Strom haben sie inzwischen wieder in der Ditib-Moschee nahe dem Taufkirchner S-Bahnhof. "Wir haben Kabel ins Treppenhaus gelegt und zapfen dort den Strom ab", sagt Oguzhan Öktem, der Vorsitzende der Gemeinde. "Das ist eine Notlösung, aber so können wir unsere Räume weiter nutzen." Zuvor hatte Starkregen zu einem Wasserschaden in dem gemeindeeigenen Gebäude an den Gleisen geführt. Nicht nur Fußböden und Heizung wurden in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch die Elektrik. Nun hat der Gemeinderat beschlossen, die Schäden zu beheben und das Gebäude zu sanieren. Zwar solle das Bauwerk mittelfristig abgerissen werden, sagt Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei). Da es bis dahin aber noch dauere, sei eine Renovierung sinnvoll.

Die Kosten hierfür liegen laut Bauamtsleiter Stefan Beer "im niedrigen sechsstelligen Bereich". Jedoch müsse man demgegenüber die Mieteinnahmen in dem Gebäude in Höhe von knapp 90 000 Euro pro Jahr berücksichtigen. Neben der Moschee beheimatet das Haus auch eine Firma; zudem wohnen Geflüchtete im Obergeschoss. Die Sanierung werde man so planen, dass sämtliche Mieter in dem Gebäude bleiben können, so Beer. Das sei auch das Anliegen der circa 200 Mitglieder zählenden Ditib-Gemeinde, betont Oguzhan Öktem. Sie sei vor dem Hintergrund der Abrisspläne schon seit Langem auf der Suche nach einer neuen Bleibe. "Doch bislang hat sich keine Möglichkeit ergeben", sagt der Vorsitzende. "Deshalb hoffen wir, dass wir in dem Gebäude bleiben können, so lange es geht."

Wann das Haus abgerissen wird, ist aktuell noch offen. Die Gemeinde plant eine umfassende Neugestaltung des gesamten Bahnhofsareals. Hierzu hat es einen Architektenwettbewerb gegeben, dessen Ergebnisse nun schrittweise umgesetzt werden sollen, wie der Bauamtsleiter sagt. Ihm zufolge gibt es auch bei der Straße Am Bahnsteig "Handlungsbedarf". Schließlich soll diese laut einem Gemeinderatsbeschluss so ertüchtigt werden, dass sie künftig für eine Erschließung der südlich gelegenen Kegelfelder genutzt werden kann. Bevor es aber an den Umbau von Bahnhofsvorplatz und Straße geht, steht erst einmal die Sanierung des gemeindeeigenen Gebäudes an.

Diese sehnen auch die Nutzer der Moschee herbei. Denn obschon man die Räume weiterhin nutzen könne, etwa für das Freitagsgebet, müsse man in Ermangelung von Kochmöglichkeiten aktuell auf größere Veranstaltungen wie Geburts- oder Beschneidungszeremonien verzichten, sagt Oguzhan Öktem. Derweil kündigte Bauamtsleiter Stefan Beer im Gemeinderat an: "Wir werden das so instand setzen, dass es noch mindestens fünf Jahre nutzbar wird."

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